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Göttingen Stadt kassiert 2,7 Millionen Euro Parkgebühren
Die Region Göttingen Stadt kassiert 2,7 Millionen Euro Parkgebühren
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00:17 22.02.2017
Gut 2,7 Millionen Euro hat die Stadt Göttingen 2016 mit Parkgebühren eingenommen. Falschparker wurden mit rund 800 000 Euro zur Kasse gebeten. Unterdessen scheinen sich die neuen Knöllchen (Musterexemplare im Foto) zum Erfolgsmodell zu entwickeln. Quelle: R
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Göttingen

Seit etwa zweieinhalb Monaten ist die Zeit der roten Knöllchen in Göttingen nämlich vorbei. Verwarnungen zum Beispiel wegen Falschparkens gibt es zwar nach wie vor, allerdings nicht mehr in Rot, sondern in Weiß – inklusive aller rechtlich relevanten Angaben. Neben der aufgedruckten Bankverbindung der Stadt Göttingen befindet sich auf dem weißen Zettel am Scheibenwischer seit Dezember auch ein QR-Code. Wer den Code mit einer App auf seinem Smartphone scannt, erhält die Möglichkeit, das ausgesprochene Verwarnungsgeld sofort zu bezahlen.

Bewohnerparken

Im Jahr 2016 wurden 3201 Bewohnerparkausweise in Göttingen ausgegeben. Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis hat, wer in der jeweiligen Parkzone gemeldet ist oder dort tatsächlich wohnt. Ein Bewohnerparkausweis  kostet: 30,70 Euro (ein Jahr), 61,40 Euro (zwei Jahre), 15,60 Euro (halbes Jahr), 2,60 (Monat). Der Bewohnerparkausweis kann bei der Göttinger Stadtverwaltung im Neuen Rathaus beantragt werden.

Das System der neuen Knöllchen sei „sehr gut angelaufen“, erklärt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. „Nach einer reibungslosen Einführung akzeptieren nach unseren Erfahrungen neun von zehn ‚Verkehrssündern‘ das Verfahren in der Form, dass sie das Verwarnungsgeld sofort überweisen.“ Außerdem gebe es „kaum noch Nachfragen bei den Kolleginnen und Kollegen des Außendienstes“. Positive Rückmeldungen über die Umstellung erhielten auch die Mitarbeiter der Bußgeldstelle.

Darüber hinaus scheinen sich die Göttinger Autofahrer in Sachen Knöllchen ohnehin entspannt zu haben. Zumindest seien die Mitarbeiter des Verkehrsaußendienstes 2016 im Gegensatz zu den Vorjahren nur sehr  selten angefeindet oder bedroht worden, sagt Johannson. Und das, obwohl die Stadt im vergangenen Jahr mit rund 800000 Euro nicht weniger als in den Jahren zuvor mit dem Verteilen von Knöllchen eingenommen hat. Um diese Halte- und Parkverstöße zu ermitteln, waren zwölf Mitarbeiter im Verkehrsaußendienst im Einsatz. Sie kontrollieren die rund 4500 gebührenpflichtigen Parkplätze im Stadtgebiet (ohne Parkhäuser) – und verteilen nun eben nicht rote, sondern weiße Knöllchen.

Um das darauf vermerkte Verwarnungsgeld sofort bezahlen zu können, stehen den Autofahrern derzeit SEPA-Überweisung oder Giropay zur Verfügung. Das werde auch vorerst so bleiben, sagt Johannson: „Aktuell gibt es keine Bestrebungen, weitere Bezahlmöglichkeiten anzubieten. Im Gespräch war unter anderem PayPal. Das Modell ist aber aufgrund der hohen Gebühren nicht weiter verfolgt worden.“ Außerdem sei die Möglichkeit der Kreditkartenzahlung diskutiert worden.

„Allerdings wird uns der gezahlte Betrag einmalig im Monat in Summe überwiesen. Der manuelle Verbuchungsaufwand ist hierbei zu hoch und damit nicht mehr rentabel“, erklärt der Verwaltungssprecher. Überweisungen könnten aber natürlich auch per Online-Banking oder per Überweisungsträger innerhalb von einer Woche erledigt werden. „Erst danach meldet sich die Bußgeldstelle mit dem bekannten oder einem weiteren Schreiben und erinnert noch mal an die Zahlung.“