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Göttingen Stadt schließt illegalen Club
Die Region Göttingen Stadt schließt illegalen Club
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20:09 07.11.2011
Von Matthias Heinzel
Dichtgemacht: Hier soll trotz fehlender Schankerlaubnis zahlenden Gästen massenhaft eingeschenkt worden sein. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Der Grund: Die Gaststätte, in der sich zum Zeitpunkt der Kontrolle 40 bis 50 Gäste aufhielten und Alkohol tranken, wurde ohne Schankerlaubnis betrieben. Durch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Göttingen wurde das Etablissement gegen den Willen seines Betreibers dicht gemacht.

Die Aktion stand im Zusammenhang mit Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt von „Brennpunkten“ in der Innenstadt, wie die Polizei gestern mitteilte. Neben der Nikolaistraße wurden zwischen 20 und 5 Uhr auch der Cheltenhampark und der Wilhelmsplatz überprüft.
Nach der Schließung der Gaststätte wandten sich die Fußstreifen von Ordnungsamt der Polizei anderen Besuchern des Kneipenviertels zu. Nachdem ein Mann wegen Urinierens in der Öffentlichkeit aufgefallen war, gab es weitere Personenkontrollen. Insgesamt stellten die Streifenteams die Personalien von 14 Personen fest und sprachen sieben Platzverweise aus.

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Gegen 21.30 Uhr trafen die Beamten im Cheltenhampark auf zwei Jugendliche, die hochprozentigen Alkohol tranken, kurz danach am Carree und in der Hospitalstraße auf zwei in der Öffentlichkeit rauchende Jugendliche. In einer Diskothek am Wilhelmsplatz nahmen die Ermittler einen 30 Jahre alten Gast aus dem thüringischen Uder fest, gegen den ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Erfurt vorlag. Er wurde ins Gefängnis nach Rosdorf gebracht. Bei ihm fanden die Polizisten eine geringe Menge Drogen, was zu einem Ermittlungsverfahren führte.

Insgesamt wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstoßes gegen das Gaststättengesetz und die Stadtverordnung der Stadt Göttingen erstellt und ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Außerdem fertigten die Beamten vier Schreiben, in denen Eltern von Jugendlichen über das Rauchen oder das Alkoholtrinken ihrer Sprösslinge in der Öffentlichkeit informiert wurden.

Der zwangsweise geschlossene Club in der Nikolaistraße gilt bei Anwohnern als Treffpunkt unter anderem für Personen mit russischen Wurzeln. Nach Tageblatt-Informationen sollen Polizeibeamte bereits vor einigen Wochen die Musikanlage der Gaststätte beschlagnahmt und abtransportiert haben. Offenbar gab es für den Club, in dem nicht nur getrunken, sondern auch lautstark Musik gespielt und Table Dance vorgeführt wurde, keine Genehmigung als Diskothek.