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Göttingen Wie viel Gewalt gibt es an Göttinger Schulen?
Die Region Göttingen Wie viel Gewalt gibt es an Göttinger Schulen?
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00:23 19.05.2019
Zwei Schüler prügeln sich auf einem Schulhof (Symbolbild). Quelle: dpa
Göttingen

Brauchen alle 31 Göttinger Schulen sogenannte Gewaltschutzkonzepte? Genau dies hat der Stadtelternrat jetzt im Schulausschuss gefordert. Als Grundlage könne ein Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums aus dem Jahr 2016 dienen.

Am Beispiel von drei aktuellen Vorfällen an Göttinger Schulen machte Sven Müller vom Vorstand des Stadtelternrats während der Ausschusssitzung die Notwendigkeit solcher Konzepte deutlich. In einem Fall, so Müller, sei ein Schüler gewürgt worden und habe eine Kehlkopfquetschung erlitten. Als die Eltern Anzeige erstattet hätten, habe die Schulleitung verärgert reagiert. In einem anderen Fall habe ein Schüler durch einen Faustschlag eine Jochbeinprellung davon getragen. Die Schulleitung habe den Eltern des Opfers empfohlen, ihr Kind auf eine andere Schule zu schicken. In einem dritten Fall sei ein Schüler mit einem Stock geschlagen worden.

Verharmlosung von Gewalt?

Alle 31 Göttinger Schulen habe der Elternrat angeschrieben und sich nach einem Gewaltschutzkonzept erkundigt, berichtete Müller. Elf Schulen hätten geantwortet. Nur zwei verfügten demnach über ein Konzept, das den Elternrat überzeuge. Viele Bildungseinrichtungen spielten Gewaltvorfälle herunter. Ihnen sei ihr guter Ruf „offenbar wichtiger als das Wohl der ihnen anvertrauten Schüler“.

„Das akzeptieren wir nicht mehr“, erklärte Müller. Der Stadtelternrat verlange Konzepte, die klar regelten, was die Schulleitungen, die Gewaltopfer und deren Eltern bei Vorfällen zu tun hätten. Das nutze letztlich auch den Tätern, denen so frühzeitig Grenzen aufgezeigt würden. Wie wichtig das sei, wisse er aus seiner Tätigkeit als Jugendschöffe.

Mehr Sozialpädagogen

Der Vorstoß fand im Ausschuss Anklang. Die Tabuisierung sei ein „großes Problem“, erklärte Susanne Stobbe (Grüne). Die Sichtweise der Schulen müsse sich ändern, forderte Wibke Güntzler (CDU). Die Stadt solle die Schulen unterstützen, da für die Erstellung solcher Konzepte im Arbeitsalltag wenig Zeit bleibe, forderte Elke Moeken vom Hainberg-Gymnasium. Mehr Stellen für Sozialpädagogen wären hilfreich, hieß es. Konzepte ließen sich nicht einfach anordnen, gab die Verwaltung zu bedenken.

Von Michael Caspar

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