Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Stadtradio Göttingen: „Unstimmigkeiten nur beim Bürgerfunk“
Die Region Göttingen Stadtradio Göttingen: „Unstimmigkeiten nur beim Bürgerfunk“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 27.09.2019
Sommerempfang vom Stadtradio Göttingen: Die Vorstandsmitglieder Horst Roth (l.) und Martina Frigge-Filbir (es fehlt: Jan Thomas Ockershausen) sowie Geschäftsführer Ulrich Kurzer. Quelle: Richter
Anzeige
Göttingen

Erneuter Wirbel beim Stadtradio Göttingen: Mit einer zweiseitigen Pressemitteilung hat sich der Vorstand des Trägervereins jetzt zu Wort gemeldet. „Zu Unstimmigkeiten ist es in jüngerer Vergangenheit, wenn überhaupt, nur im Bereich des Bürgerfunks gekommen“, heißt es darin. Dass die beim Stadtradio Beschäftigten, der Vorstand und die Bürgerfunker untereinander zerstritten seien, weisen die Vorstandsmitglieder Martina Frigge-Filbir, Jan Thomas Ockershausen und Horst Roth in der gemeinsamen Erklärung deutlich zurück.

„Rat der Aufsichtsbehörde befolgt“

„Richtig ist, dass kürzlich ein Bürgerfunker es vorgezogen hat, nicht mehr die Möglichkeit des Stadtradios zu nutzen und im Stadtradio unter eigener Verantwortung eine Radiosendung zu produzieren und auszustrahlen. Er nutzt nunmehr ein ähnliches Angebot eines Webradios“, heißt es in der Erklärung, ohne dass der Name Torsten Bussmann dabei explizit erwähnt wird.

Und weiter: „Auslöser für diese Entscheidung war nach unserem Kenntnisstand, dass Inhalte der Sendung dieses Bürgerfunkers auf Kritik stießen. Wir haben in diesem Zusammenhang – wie wir es regelmäßig tun –, den Rat unserer Aufsichtsbehörde, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, gesucht und diesen befolgt“, beteuern die Vorstandsmitglieder.

Votum der Landesmedienanstalt „maßgeblich“

Zudem betonen sie: „Wir haben diesen Bürgerfunker nicht von unserem Angebot ausgeschlossen, sondern vielmehr lediglich gebeten, zwei Sendungen vorzuproduzieren, anstatt diese live zu senden. Ferner haben wir ihm nicht Namen und Adressen der Personen genannt, die sich über seine Sendung beschwert haben, da diese Personen auch auf Nachfrage wünschen, dass ihre Eingabe vertraulich behandelt wird. Da nicht die Beschwerden dieser Personen, sondern das Votum der Landesmedienanstalt für unsere Entscheidung maßgeblich waren, halten wir dies auch für nachvollziehbar“, so Frigge-Filbir, Ockershausen und Roth.

Aber was hatte die Aufsichtsbehörde dem Stadtradio denn nun konkret empfohlen? In einer später auf Facebook öffentlich zugänglich gemachten E-Mail von Klaus Jürgen Buchholz (Niedersächsische Landesmedienanstalt) an Ulrich Kurzer, den Geschäftsführer des Stadtradios, heißt es wörtlich im Hinblick auf eine kritisierte Äußerung von Bussmann: „Da es sich (...) nach unserer Einschätzung um eine zwar vulgäre, aber einmalige Spontanaussage zu handeln scheint, kann man (noch) von einem formellen Beanstandungsverfahren absehen. Dennoch halten wir es für zwingend geboten, dass Sie Herrn Bussmann klarmachen, dass er sich hier an der äußeren Grenze des Zulässigen bewegt. (...) Sollte Herr Bussmann sich nicht ,unter Kontrolle’ haben, können Sie erwägen, ihn zur Vorproduktion seiner Sendung zu verpflichten, jedenfalls für eine bestimmte Zeit. (...) So wie im Moment sollte es jedenfalls nicht weitergehen.“ Ob dies nun als Aufforderung zu verstehen ist, wird beispielsweise über das soziale Netzwerk Facebook bereits seit längerer Zeit kontrovers diskutiert.

Bussmann hatte in einer Live-Sendung gesagt: „Ey Macron, kack’ Dich nicht ein, sonst schicke ich Dir unseren Zitteraal vorbei.“

Sachliche Diskussion nicht gewünscht?

Der Vorstand kommentiert in seiner Presseerklärung außerdem den offenen Brief und die Rücktrittsforderung von Bürgerfunker Horst Reinert, der allerdings ebenfalls nicht namentlich benannt wird. „Dieser Bürgerfunker bewirbt sich nunmehr – ebenfalls öffentlich lanciert – um ein Vorstandsamt. Da konstruktive Kritik dem öffentlichen Brief nicht zu entnehmen war und er darüber hinaus noch nicht einmal den Versuch unternommen hat, seine Vorstellungen dem Vorstand näherzubringen, gehen wir derzeit davon aus, dass eine an der Sache orientierte Diskussion von diesem Bürgerfunker nicht gewünscht ist.“ Der Vorstand stelle sich „jeglicher konstruktiver Kritik“ und wolle auf sachliche Vorhaltungen gern „ausführlich eingehen“, betont aber auch: „Haltlose Polemik und aus der Luft gegriffene Rücktrittsforderungen stellen für uns kein konstruktives Gesprächsangebot dar.“

Im Übrigen habe Bürgerfunk-Koordinator Andreas Goos eine Nachfrage bei den im Bürgerfunk Tätigen über ihre Zufriedenheit mit dem Angebot des Stadtradios initiiert. Die hierzu bislang eingegangenen Rückmeldungen seien „durchweg positiv“ gewesen: „Von Unzufriedenheit war hier in keiner Antwort die Rede.“

Bürgerfunk, hauptamtliche Redaktion und Medienpädagogik

Neben den Bürgerfunk-Sendungen gibt es beim Stadtradio Göttingen außerdem noch eine hauptamtliche Redaktion für die journalistische Berichterstattung morgens und nachmittags, außerdem die dritte Säule „Medienpädagogik“. Nach Angaben der Vorstandsmitglieder des Stadtradio-Trägervereins habe in der hauptamtlichen Redaktion die Berichterstattung über kommunale Inhalte zuletzt ausgebaut werden können; es sei eine weitere Projektstelle geschaffen worden. Demnächst würden beispielsweise auch die Sitzungen des Rates der Stadt Göttingen via Livestream übertragen. Auch die Angebote der Medienpädagogik seien in Stadt und Landkreis Göttingen „stark nachgefragt von Schulen, Kommunen und Bildungsträgern“. Zuletzt sei in diesem Bereich etwa ein mit der Neuen IGS produziertes Hörspiel beim Leipziger Hörspielsommer prämiert worden. Im Bürgerfunk-Segment seien derzeit etwa 60 ehrenamtliche Bürgerfunker tätig, die mehr als 40 Sendungen in unterschiedlichen Taktungen (zum Beispiel wöchentlich oder monatlich) produzieren.

Von Markus Riese

Mitarbeiter der Abfallwirtschaft sammeln im Altkreis Göttingen ab 30. September sowie im ganzen Oktober Baum- und Strauchschnitt ein. Dazu zählen Heckenschnitt, Äste, Zweige, Laub und lose Gartenabfälle.

27.09.2019

Grone im Schockzustand: Nach dem Gewaltverbrechen in dem Göttinger Stadtteil gibt es dort am Freitagmorgen nur ein Gesprächsthema. Die Menschen sind fassungslos – und traurig.

28.09.2019

Seit im sogenannten Fiegeschen Saal in Rosdorf vor einem halben Jahrhundert die Vorhänge fielen, steht dort die Zeit still. Das soll sich jetzt ändern. Dabei sind alle Rosdorfer gefragt.

27.09.2019