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Göttingen Neues BioWärmeZentrum heizt mit Holzhackschnitzeln
Die Region Göttingen Neues BioWärmeZentrum heizt mit Holzhackschnitzeln
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20:32 23.08.2019
Gäste bei der Eröffnung: Göttingens ehemaliger Oberförster Martin Levin (links) und der Grünen-Ratsherr Ulrich Holefleisch. Quelle: Markus_Hartwig
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Göttingen

Das BioWärmeZentrum wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) seiner Bestimmung übergeben. Stadtwerkevorstand Frank Wiegelmann begrüßte die Gäste aus Wirtschaft und Politik, die sich an der Ecke Hildebrandtstraße/Maschmühlenweg zur Übergabe des BioWärmeZentrums mit modernster Holzhackschnitzelverbrennung eingefunden hatten. „Wir haben die kalkulierten Kosten von 5,7 Millionen Euro eingehalten“, sagte der Finanzenvorstand. „Ein Meilenstein in der Energieversorgung“, ergänzte Technikvorstand Gerd Rappenecker. „Damit ersparen wir der Umwelt jährlich viele Tausend Tonnen Treibhausgas.“ Vom BioWärmeZentrum werde Fernwärme eingespeist. Derzeit würde diese zu einem Drittel aus erneuerbaren Energien erzeugt, sagte Rappenecker. „Die Fernwärme kommt mit der nun vorliegenden ersten Ausbaustufe dann schon zur Hälfte aus regenerativer Energie.“ In der zweiten Ausbaustufe liege der Wert dann bei 75 Prozent. Er betonte die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme und sagte: „Wir schaffen dieses ohne Preiserhöhungen für die Göttinger Fernwärmekunden.“

Wichtiges Element im Klimaschutz

Göttingens Oberbürgermeister Köhler betonte, dass auch die Wärmeproduktion ein wichtiges Element im Klimaschutz sei. „In Göttingen gibt es ein Top-Fernwärmeangebot“ sagte Köhler. Für das BioWärmeZentrum habe es eine breite Mehrheit im Rat der Stadt gegeben. Die neuen Areale Sartorius-Quartier und Grüne Mitte Ebertal werden mit Fernwärme versorgt werden. „Die Stadtwerke sind ein ökologisch wertvoller Dienstleister“, sagte Köhler und sprach dann kurz die gut zwei Handvoll Demonstrantenan, die ihre Emissionsbedenken an der Hildenbrandstraße zu Ausdruck brachten. „Wir gehen hier einen ganz sicheren Weg“, sagte Köhler, alles werde ständig evaluiert. Er freute sich besonders über die sehr ansehnliche Architektur des Gebäudes.

Pro forma drückte Köhler einen roten Knopf, der offizielle Akt war vollbracht. Das BioWärmeZentrum wird aber seinen Betrieb erst aufnehmen, wenn viel Heizwärme in Göttingen benötigt wird. Ein Hackholzschnitzelbunker ist schon gut befüllt. Die Bunker werden zukünftig wochentags von zwei oder drei Lkw pro Tag beliefert. „Wir befeuern die Anlage mit naturbelassenem Altholz“, sagte Stadtwerke-Projektleiter Jochen Ritter.

Verbrennungstemperaturen von mehr als 1100 Grad Celsius

In der zweiten Ausbaustufe kommt in Zusammenarbeit mit dem Luxemburger Unternehmen Boson Energie dann noch die Holzvergasung mit Verbrennungstemperaturen von mehr als 1100 Grad Celsius dazu. Diese Anlage wird in den kommenden Monaten in die Halle eingebaut und dann die Effektivität des BioWärmeZentrums weiter steigern. Der Start für die Erweiterung ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen.

Rückblick auf den Bau

Baubeginn vor einem Jahr

Die Bautätigkeiten für das Göttinger BioWärmeZentrum haben vor gut einem Jahr begonnen. Der Kampfmittelräumdienst bohrte auf dem Gelände hunderte von Löchern, um mögliche Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Mittels Rüttelstopfverfahren wurden die Löcher dann mit Splitt verfüllt, sodass eine tragfähiger Unterboden für das Heizwerk entstand. Die Rohbauarbeiten des Gebäudes wurden im Februar abgeschlossen, im März wurden die 34 Meter hohen Schornsteine aufgestellt und die Stahlkonstruktion mit etwas Zeitverzug bis Juni fertiggestellt. Die Stadtwerke Göttingen AG hat sich mit der Errichtung des BioWärmeZentrums mit dem Herzstück eines Holzhackschnitzelkessels der Erzeugung nachhaltiger Wärme durch den Einsatz regionaler Biomasse verpflichtet. Zur Verbrennung kommen regionales, unbehandeltes Holz aus der verarbeitenden Industrie sowie forstwirtschaftliche Abfälle aus der hiesigen Landschaftspflege.

Von Frank Beckenbach

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