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Göttingen Städtisches Museum Göttingen: Wem gehören Werke aus der Nazi-Zeit?
Die Region Göttingen Städtisches Museum Göttingen: Wem gehören Werke aus der Nazi-Zeit?
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09:01 28.08.2019
Das Städtischen Museum am Ritterplan. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Im Städtischen Museum Göttingen laufen derzeit die Vorbereitungen für eine neue Sonderausstellung: „Unter Verdacht – NS-Provenienzforschung im Städtischen Museum Göttingen“. Sie wird am Sonntag, 8. September, um 11.30 Uhr am Ritterplan 7/8 eröffnet. Teil der Vernissage ist eine Podiumsdiskussion, die zur NDR-Veranstaltungsreihe „Museumsdetektive – Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden“ gehört. Der Eintritt ist frei.

Herkunft von 6000 Objekten

Die Schau zeigt bis zum 8. Dezember, erste Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur Provenienzforschung, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste seit Juli 2017 gefördert wird. Das Projekt untersucht die Herkunft von knapp 6000 Objekten, die das Museum zwischen 1933 und 1945 erworben hat.

Die Klärung der Eigentumsverhältnisse bei Objekten, die der jüdischen Bevölkerung unrechtmäßig entzogen wurden, steht dabei im Mittelpunkt. Auch Einlieferungen der Göttinger Freimaurerloge und Studentenverbindungen, die in der NS-Zeit verboten waren, werden erforscht. Die Aufarbeitung der sogenannten Arisierung gehöre zur moralischen Verpflichtung eines Museums und sei eine gesellschaftliche Herausforderung, da nicht nur die Herkunft wertvoller Kunstwerke, sondern auch die der Alltagsgegenstände untersucht würden, teilt das Museum mit.

Verbrecherische Politik der Nationalsozialisten

Die Sonderausstellung zieht laut Museum zudem eine Zwischenbilanz der Erforschung der eigenen Museumsgeschichte im Nationalsozialismus. Das Haus habe von der verbrecherischen Politik der Nationalsozialisten profitiert, indem es sich an der Ausbeutung der Juden und anderer Opfergruppen beteiligt habe. Präsentiert werden nun exemplarisch Objekte, die unter Verdacht stehen, nicht rechtmäßig im Besitz des Museums zu sein.

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Von Peter Krüger-Lenz