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Göttingen Standortsuche für Ruhwald in Güntersen
Die Region Göttingen Standortsuche für Ruhwald in Güntersen
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17:17 30.09.2013
Von Jörn Barke
Waldgebiet Thyhausen: ein möglicher Standort für den Ruhwald, doch es gibt Einwände im Hinblick auf das Thema Trinkwasser. Quelle: Pförtner
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Güntersen

Mit den Standorten müsse man sich allerdings noch näher befassen. Bei den bisher genannten Standorten hat der Landkreis Göttingen nämlich Bedenken angemeldet. Als erstes hatte die Forstgenossenschaft ein Gebiet auf dem Backenberg vorgesehen.

Dies ist laut Landkreis jedoch als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung ausgewiesen und kommt deshalb nicht in Frage. Außerdem seien auf dem Backenberg europaweit bedeutende Vogelarten kartiert worden.

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Auch ein daraufhin von der Forstgenossenschaft ins Auge gefasster zweiter Standort, das Gebiet Thyhausen, ist nicht unproblematisch. Denn dieses ist als Vorranggebiet für Trinkwassergewinnung festgelegt. Insofern gibt es im Hinblick auf die Standortfrage noch viele offene Fragezeichen.

Probleme beim Gebiet

Unabhängig davon sagte auch Petra Löb-Kompart (Grüne), sie fände es schön, wenn es ein Ruhwald-Angebot im Flecken Adelebsen gäbe. Die Bestattungskultur habe sich in den vergangenen Jahren geändert. Der Trend gehe zu anonymen Bestattungen. Viele Menschen wollten sich in Wäldern bestatten lassen, so Löb-Kompart. Auch Herbert Jost (CDU) lobte die Möglichkeit einer naturnahen Bestattung.

Es gab allerdings auch kritische Stimmen. Kämmerer Gerald Wucherpfennig hatte die Finanzen im Blick. Ein Ruhwald werde Auswirkungen auf die Gebührenordnung für die kommunalen Friedhöfe haben. Darauf wies auch Walter Koch (SPD) hin, der vor einer Euphorie warnte: Für diejenigen, die sich auf Friedhöfen bestatten lassen wollen, würde es dann teurer werden.

Der Rat beschloss am Ende einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, ein Verfahren zur Einrichtung eines Ruhwaldes auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus soll die Verwaltung auch eine Nutzungsvereinbarung mit der Forstgenossenschaft vorbereiten.