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Göttingen Star des Wochenendes in Göttingen ist eine stinkende Pflanze
Die Region Göttingen Star des Wochenendes in Göttingen ist eine stinkende Pflanze
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11:01 07.03.2018
Die Titanwurz Amorphophallus Titanum im Alten Botanischen Garten ist am 3. März aufgeblüht. Der mitunter penetrante Aasgeruch, den die Pflanze während der Blütezeit verströmt, macht ihm nichts aus: Kustos Dr. Michael Schwerdtfeger. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Tausende Besucher haben die 185 Zentimeter hohe Pflanze während der Blühphase im Cycadeenhaus besucht. Der Botanische Garten war bis tief in die Sonntagnacht geöffnet.

Vor dem Gewächshaus bildet sich am späten Sonnabend über Stunden eine lange Menschenschlange, die über das Farnhaus hinaus bis zum Haupteingang an der Unteren Karspüle reicht. Die Stimmung der Wartenden ist gut, fast ausgelassen. Nach so langer Zeit in der Kälte beschlagen den Brillenträgern sofort ihre Augengläser, denn das Regenwaldgewächs hat es sehr warm und feucht in seinem Domizil.

Selfies mit der Titanwurz

Geduldig ziehen die Besucher, einem Defilee gleich, an der Pflanze vorbei, unablässig klicken die Kameras. Junge Menschen zücken ihre Handys um Selfies oder Fotos von der oder dem Liebsten mit dem 185-Zentimeter-Gewächs zu machen. Das innen dunkellila-rötlich gefärbte Hüllblatt hat sich wie ein hochgeschlagener Kragen um den Kolben gelegt.

Die Pflanze ist abgesperrt, damit ihr die Besucher nicht zu nahe kommen und sie beschädigen. Unter den Betrachtern ist auch Heiner Schmelz mit seiner Frau Barbara. „Wir kommen seit Tagen hier her und warten auf die Öffnung der Titanenwurz“, sagt der ehemalige Apotheker. Als das Ehepaar am Mittag auf der Homepage der Universität gelesen habe, dass es losgeht, hätten sie sich sofort auf den Weg gemacht. Jetzt sind sie angenehm überrascht und fotografieren, was die Speicherkarten hergeben. Kustos Dr. Michael Schwerdtfeger steht glücklich inmitten der Besucherschar und beantwortet ausführlich alle Fragen, die ihm gestellt werden. Endlich stehe der Botanische Garten wieder einmal im Fokus der Öffentlichkeit, freut sich der Biologe. „Früher, als wir das Victoria-Haus noch hatten, war das in jedem Jahr so, weil die Menschen die Riesen-Seerose bestaunen wollten.“

Auf rund 34 Grad Celsius habe sich die Blüte in der Hauptblühphase zwischen 18 und 22 Uhr erhitzt, berichtet Schwerdtfeger. Schubweise verströmt Amorphophallus Titanum einen Geruch nach verwesendem Fleisch. Ein kleiner Junge vermutet eine Stinkbombe, aber Schwerdtfeger behauptet, es stinke nach totem Hund. Einige halten sich die Nasen zu, andere scheint das Odeur regelrecht mit einem positiven Gefühl zu erfüllen. Es herrscht fast so etwas wie Festivalstimmung unter den im Verlauf der Nacht immer jünger werdenden Phallus-Fans.

Tausende pilgern in den Alten Botanischen Garten, um das bisher einmalige Ereignis in Göttingen zu bestaunen.

„Dass so viele junge Menschen an einem Wochenende um Mitternacht zwei Stunden Wartezeit in Eiseskälte und bei Schneefall in Kauf nehmen, um unsere Riesenpflanze zu bestaunen, ist für mich das Tollste“, schwärmt der Kustos. Der Biologe verabscheut Kälte und hat für jeden der Frierenden ein aufmunterndes Wort parat. Doktorand Florian Gödecke sucht sämtliche Teebestände in den Büros zusammen, um den draußen Wartenden ein Heißgetränk zu bereiten. Erst in der Nacht um 2.30 Uhr schließen Schwerdtfeger und seine Mitarbeiter das Cycadeenhaus und gönnen sich ein Feierabendbier.

Am Sonntagvormittag zeigt sich Amorphophallus Titanum sichtlich verblüht. Der vormals straffe Kolben ist merklich eingefallen und das Hüllblatt hat sich dunkellila, fast schwarz verfärbt und hängt verwelkt herab. Augenscheinlich hat sich das Verblühen in den sozialen Netzwerken bereits herumgesprochen, denn der Besucheransturm hat deutlich nachgelassen. Nur noch vereinzelte Grüppchen Neugieriger versammeln sich an der Titanwurz.

Von Christoph Mischke

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