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Göttingen Starkregen in der Region Göttingen: Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller
Die Region Göttingen Starkregen in der Region Göttingen: Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller
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17:42 21.05.2019
In und um Friedland wurden zahlreiche Straßen überflutet. Quelle: R
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Göttingen

Das Tief „Axel“ ist in der vergangenen Nacht mit starken Regenfällen über Deutschland hinweggezogen und hat auch die Region nicht verschont. Besonders getroffen hat es nach Angaben der Feuerwehr die Ortschaften rund um Friedland und Hann. Münden. Zahlreiche Straßen mussten wegen Überschwemmung gesperrt werden. In Göttingen war im Bereich des Sandwegs die Leine über die Ufer getreten. Die Straße war bis in die Mittagszeit am Folgetag für den Verkehr gesperrt.

Wassermassen in Hann. Münden

„Die Wassermassen waren schon ziemlich heftig“, sagt Dieter Röthig, Stadtbrandmeister von Hann. Münden. Seit 4 Uhr am Dienstagmorgen seien sie Einsatzkräfte im Dauereinsatz. „Wassermassen liefen vom Vogelsang bis hinunter auf die Bundesstraße“, so Röthig. Zahlreiche Straßen hätten gesperrt werden müssen. Am Dienstagmorgen war die B 496 noch immer nicht befahrbar. Außerdem seien zahlreiche Keller vollgelaufen.

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Rund 80 Einsatzkräfte von sechs Ortsfeuerwehren sowie dem THW sind laut Röthig im Einsatz. „Wir sind aktuell dabei, Keller leerzupumpen und Straßen von Schlamm zu reinigen“, sagte Röthig am Dienstagmorgen. Beteiligt sind die Wehren Hann. Münden, Volkmarshausen, Laubach, Wiershausen, Gimte und Bonaforth. Bei der Reinigung der Straßen unterstützen die Kommunalen Betriebe wie die Straßenreinigung und der Bauhof.

Nach dem Starkregen sind in der vergangenen Nacht zahlreiche Straßen überflutet worden. Die Feuerwehren waren vielerorts im Dauereinsatz.

20 Einsatze in und um Friedland

Bereits am Montagabend hatte der Regen zu Überschwemmungen in und Friedland geführt. Die Straßen in Klein Schneen und Elkershausen waren nach Angaben von Sprecher Christof Herbort zeitweise überflutet und nicht passierbar. Weitere Straßen wurden überspült und stark verschmutzt. Im Lager Friedland hätten sie Einsatzkräfte gerade noch verhindern können, dass die Heizräume voll mit Wasser laufen. Zudem seien zahlreiche private Keller vollgelaufen. Insgesamt 20 Einsätze zählt der Einsatzleiter. Bis etwa 23.30 Uhr seien rund 90 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren im Einsatz gewesen. Mit dabei waren die Wehren aus Groß Schneen, Friedland, Klein Schneen, Elkershausen, Niedernjesa, Niedergandern und Reckershausen.

Starkregen in Gleichen

In Gleichen hat der Starkregen am Montag einen Supermarkt überschwemmt. Die Freiwilligen Feuerwehren von Reinhausen und Bremke versuchten am Abend, den Netto-Supermarkt im Neubaugebiet von Reinhausen zu sichern. Nach dem Starkregen standen Lager- und Verkaufsräume unter Wasser. Etwa 20 Einsatzkräfte waren ab 19 Uhr vor Ort und saugten das Wasser auf.

Am Morgen danach zeugen innen nur noch wischschlieren auf dem Boden von dem Drama am Vorabend. Draußen spritzt Mitglieder der Reinhäuser Feuerwehr mit Hochdruck den letzten Schlamm von der Zufahrt. An der Rückseite liegen aufgeschichtete Sandsäcke, um das Gebäude bei neuem Starkregen zu schützen.

„Das war schon ein Schock“, resümiert die Marktleiterin Bettina Müller. Wasser und Schlamm seien gegen 19 Uhr durch die rückwärtige Außentür zum Lager eingedrungen und bis nach vorne in dem Laden geflossen. „Zum Glück war die Feuerwehr ganz schnell da und hat uns so unglaublich toll geholfen“, fügt sie an. Am frühen Morgen hätten die Mitarbeiter noch einmal vereint durchgewischt – kurz nach der offiziellen Zeit war der Markt schon frühmorgens wieder geöffnet.

Der Markt liegt am Fuß eines Hanges, an dem zurzeit ein Baugebiet erschlossen wird. Der starke Regen hatte große Mengen Schlamm von den oberhalb liegenden Äckern und vorbereiteten Baufeldern heruntergespült. „Wenn hier alles bebaut ist und auch Pflanzen wachsen, dürfte dass nicht wieder passieren“, sagt Gleichens Gemeindebürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD).

Von Schlamm überspült war am Abend auch die Verbindungsstraße von Reinhausen nach Ballenhausen. Auch sie wurde von der Feuerwehr gesäubert.

Überschwemmte Straßen in und um Northeim

Überschwemmte und verschmutzte Straßen hielten auch am Abend und in der Nacht die Wehren im Landkreis Northeim in Atem. In Bad Gandersheim wurden nach Angaben der Feuerwehr neuralgische Punkte entlang der Gande mit Sandsäcken von der Feuerwehr geschützt. In Nörten-Hardenberg und Northeim seien die Feuerwehren im Einsatz gewesen, um Keller trocken zu legen. Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller beschäftigten auch die Einsatzkräfte im Stadtgebiet Einbeck. In Brunsen habe der Bach das Dorf zu überfluten gedroht. Auch in Naensen und Greene habe es einzelne Einsätze gegeben.

Knapp 68 Liter Regen pro Quadratmeter

Knapp 54 Liter Regen pro Quadratmeter Boden in Rosdorf: Das hat Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner am Montag und am frühen Dienstag an der dortigen Wetterstation gemessen. In Spiekershausen waren es knapp 68 Liter. Auf Hübners Facebookseite teilten auch andere Landwirte ihre Messergebnisse: So wurden in Lippoldshausen 78 Liter - oder Milliliter im Messzylinder - “schön über zwölf Stunden verteilt” gemessen. 66 Liter wurden aus Niedergandern, 75 aus Obernjesa und 40 aus Hattorf

gemeldet. Kreislandwirt Hubert Kellner meldete 38 Liter aus Desingerode.

THW Göttingen in Neu-Eichenberg im Einsatz

Ebenfalls seit der Nacht zu Dienstag ist der Ortsverband Göttinger des Technischen Hilfswerkes (THW) mit seiner Fachgruppe „Wasserschaden/Pumpen“ im Bereich Neu-Eichenberg im Einsatz. Sechs Mitglieder unterstützen die mehr als 50 Helfer von Feuerwehr und THW dort, um überflutete Gebäude, darunter auch Viehställe, auszupumpen.

Besonders in der Ortschaft Hebenshausen hat Tief Axel schwere Schäden verursacht. Dort war ein Bach mitten im Dorf über seine Ufer getreten. Die Folgen: Mehr als 20 Wohnhäuser und Keller wurden überflutet.

 

Von Verena Schulz und Ulrich Schubert