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Göttingen Stefan Reuß, Bernhard Reuter und Werner Henning planen Stärkung der Region
Die Region Göttingen Stefan Reuß, Bernhard Reuter und Werner Henning planen Stärkung der Region
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00:26 07.05.2018
Treffen der Landräte im Dreiländereck: Dr. Werner Henning (CDU, Landkreis Eichsfeld), Stefan Reuß (SPD, Werra-Meißner-Kreis) und Bernhard Reuter (SPD, Landkreis Göttingen) vor dem Copernicum. Quelle: Claudia Nachtwey
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Witzenhausen

Im Dreiländereck zwischen Niedersachsen, Thüringen und Hessen ergeben sich zum Teil recht ähnliche Probleme in den drei Landkreisen, die hier ebenfalls aneinander grenzen. Daher habe man schon bald nach der Wende (1994) begonnen, bei einer Kreiskonferenz den Austausch zu pflegen, um sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsame Projekte voranzutreiben, erinnerte sich Werner Henning (CDU, Landkreis Eichsfeld) an die Anfänge. Er ist der einzige Landrat in diesem Triumvirat, der schon seit Anfang an in der Kreiskonferenz vertreten ist.

Unterschiedliche Rechtsgrundlagen der Länder bei der Kinderbetreuung

Die Schwerpunkte der Tagung, an der rund 20 Vertreter der jeweiligen Kreisverwaltungen teilgenommen haben, beinhalteten sowohl aktuelle Themen als auch langfristige und keineswegs abgeschlossene Entwicklungen. Nicht jedes Problem sei gemeinsam anzugehen, da jeder Kreis auch von den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder abhängig sei, erläuterte Reuß. Das wurde besonders bei der Kinderbetreuung deutlich. Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) verwies auf die neue niedersächsische Regelung, dass eine achtstündige Kinderbetreuung pro Tag ab August für die Eltern kostenfrei sei. In Hessen gilt schon die sechsstündige kostenfreie Betreuung, in Thüringen gibt es nur das dritte Kindergartenjahr für Eltern kostenfrei. Grund sei unter anderem die unterschiedliche Kostenverteilung auf Länder und Kommunen.

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Südniedersachsen-Programm erzielt gute Resultate

Auch bei der Wirtschaftsförderung gebe es Unterschiede. „Die neue Landesregierung will das Südniedersachsenprogramm fortsetzen“, sagte Reuter und nannte Beispiele, wo dieses Förderprogramm schon gute Resultate erzielte: bei den Innovationsressourcen, dem Fachkräftebündnis, dem Gesundheitscampus und beim Thema Recycling im Harz.

Gute Kooperation der Kreise sei bereits im Sektor Rehabilitationsstärkung möglich. „Die Job-Center sind auf dem Weg zu einer engen Zusammenarbeit“, erklärte Reuß die Maßnahmen, um Arbeitssuchende, Fachkräfte und Unternehmen auch kreisübergreifend zusammenzubringen. Heute sei die allgemein gute wirtschaftliche Situation dafür verantwortlich, dass zunehmend Fachkräftemangel zu spüren sei. Um auch hoch qualifizierte Arbeitskräfte zu locken, solle gemeinsam an der Attraktivität der Region gearbeitet werden. Mit Breitbandausbau seien schon Schritte in diese Richtung unternommen worden, so Reuß.

Vermehrte Kooperation bei Digitalisierung und Gewerbestandorten

Vermehrt kooperieren wollen die Landkreise beim Ausbau der Digitalisierung in den Kreisverwaltungen und bei der Umsetzung von Investitionsplänen, zum Beispiel bei der Erschließung neuer Gewerbegebiete. Während im Eichsfeldkreis jedoch die Erschließung neuer Gebiete laut Henning vor allem schon ansässige Firmen nutzen wollten, um sich zu vergrößern, werde im Werra-Meißner-Kreis auch Raum geschaffen, um neue Unternehmen anzuziehen, zum Beispiel mit der Nähe zu den Autobahnen 7 und 38, so Reuß. Davon sollten auch Arbeitssuchende und Fachkräfte im Landkreis Göttingen profitieren, da dort kaum noch neue Flächen für Unternehmen zur Verfügung stünden, meinte Reuter.

Stabile Schülerzahlen in den drei Landkreisen

Zur Schulentwicklung sagte Reuß, dass die Schülerzahlen in den drei Landkreisen zurzeit recht stabil seien, also keine dramatischen Rückgänge mehr verzeichnet wurden. Reuter ergänzte dazu, dass der Landkreis Göttingen seinen konsequenten Kurs beibehalten werde, Standorte zu schließen, deren Schülerzahlen nicht mehr ausreichten, dafür aber zentrale Standorte ausbauen wolle. Auch bei der ärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen sehe er in den kommenden Jahren neue Entwicklungen, unter anderem in der Nutzung der Digitalisierung.

Als Fazit der Kreiskonferenz nannte Henning nicht nur das Ziel, gemeinsame Aktionen zu planen, sondern vor allem den Austausch zu fördern, sich über die Kreis- und Ländergrenzen hinaus zu informieren und mit diesem Ergebnissen die gesamte Region zu stärken.

2015 stand das Thema „Dorfmoderation“ im Mittelpunkt der Kreiskonferenz.

Das waren die Themen der Kreiskonferenz 2017 in Uder.

Von Claudia Nachtwey

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