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Göttingen Stephan Weil auf Sommerbesuch in Göttingen
Die Region Göttingen Stephan Weil auf Sommerbesuch in Göttingen
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18:35 17.07.2014
Von Ulrich Schubert
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am zweiten Tag seiner Sommerreise eine Gesamtschule in Göttingen besucht. Quelle: dpa
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Göttingen

Zwischendurch lässt er sich das Tischgruppenmodell erklären, fragt nach Rückmeldungen aus der Wirtschaft über ehemalige Schüler und diskutiert mit einer Sozialarbeiterin über Lehrer- und Betreuermangel. Nein, er diskutiert nicht. Er fragt, hakt immer wieder nach, will „vor allem erst einmal viel mitnehmen“.

Auf seiner Sommerreise durchs Land besuchte Weil am Dienstag die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Göttingen). Und er machte keinen Hehl daraus, wie angetan er von der Integrierten Gesamtschule ist. „Ja“, antwortete er im Rückblick auf seine Kindheit ohne zu zögern, „auf diese Schule wäre ich wohl gerne gegangen“.

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Die Schüler seien selbstbewusst und fröhlich, stellt er immer wieder fest, hier werde entspannt und auffällig individuell gelernt – „auf überraschend hohem Leistungsniveau“. Es sei wohl kein Zufall, dass die IGS Göttingen schon viele hohe Preise bekommen habe. Auch eine Erklärung, warum er gerade sie besucht.

„Viel zu leichtes und nicht anspruchsvolles“ Zentralabitur

Dabei geben die Schüler und Lehrer dem Ministerpräsidenten auf seinem Rundgang durch die IGS auch sieben Wunschkarten mit auf den Weg  und erklären, „wo der Schuh drückt“. Das reicht von sinkenden Lehrerstunden und zu großen Klassen über eine „weniger starre Oberstufenregelung“ bis zur Abschaffung des „viel zu leichten und nicht anspruchsvollen“ Zentralabiturs.

Aber auch wenn Weil von der IGS Göttingen schwärmt, hält er ausschließlich politische Entscheidung und Vorgaben zum künftigen Schulangebot in Niedersachsen für falsch. Und er will sich nicht auf eine Diskussion über Gesamtschulen und das dreigliedrige System mit den Gymnasien an der Spitze einlassen.

Mit den Gesamtschulen gebe es inzwischen zwar eine höhere Chancengleichheit für alle Schüler auf ihrem Bildungsweg. Aber: „Ich bin dafür, dass die Eltern entscheiden, welche Schule und Schulform sie für ihr Kind wünschen, ihre Bedürfnisse sind entscheidend.“ In Göttingen hätten sie „schon längst mit den Füßen abgestimmt“, bestätigt er. Hier ist der Wunsch nach mehr Gesamtschulplätzen groß, parallel zu starken und zahlenmäßig ebenso beliebten Gymnasien.

Weil hat sein Abitur an einem Gymnasium gemacht. Aus seiner schulischen Anfangszeit hätten das nur fünf geschafft, sagt er mit Blick auf heutige Bildungschancen. Frontalunterricht, keine Freiheiten – damals sei niemand wirklich gerne zur Schule gegangen. Yannick aus dem sechsten Jahrgang der IGS findet seine Schule heute einfach nur „schön“. Und Weil? „Das ist ein netter Typ. E Seite 22

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am zweiten Tag seiner Sommerreise eine Gesamtschule in Göttingen besucht. © dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.