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Göttingen Reinhalteplan funktioniert: Weniger dicke Luft in Göttingen
Die Region Göttingen Reinhalteplan funktioniert: Weniger dicke Luft in Göttingen
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19:35 29.05.2019
Dieselmotoren belasten die Luft. Aber in Göttingen gehen die Anteile von Feinstaub und Stickoxid in der Luft zurück. Quelle: picture alliance / dpa
Göttingen

Die Göttinger Luft wird besser. Seit einem überhöhten Stickoxid-Wert vor vier Jahren geht die NO2-Belastung immer weiter zurück. Inzwischen umgesetzte Aktionen scheinen zu wirken, sagen Vertreter der Stadtverwaltung. Im Umweltausschuss des Rates habe sie eine Bilanz zum Göttinger Luftreinhalteplan gezogen.

Immer wieder herrschte in der Vergangenheit dicke Luft in Göttingen. Um 2006 war es zunächst Feinstaub, dann erreichten die Stickoxide (NO2) bedenkliche Werte. Als die Feinstaubwerte 2008 extrem geklettert waren, musste die Stadt erstmals einen sogenannten Luftreinhalteplan erstellen. Als die EU 2011 den Grenzwert für NO2 im Jahresmittelwert auf 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft festsetzte, wurde der Plan erstmals aktualisiert. Als die NO2-Kurve dann 2015 den Grenzwert mit 42 Mikrogramm überschritt, folgte die zweite Anpassung.

Feinstaub spielt keine Rolle mehr

Und die habe gewirkt, so die Verwaltung: 2016 erreichte das Jahresmittel genau 40 Mikrogramm, im Jahr darauf 39 und im vergangenen Jahr nur noch 37 Mikrogramm. Feinstaub spielt seit 2007 keine Rolle mehr.

Die Messstation an der Bürgerstraße in Göttingen. Hier werden immer wieder hohe Stickoxidwerte erfasst. Quelle: Christina Hinzmann / GT

 

Gemessen werden die Werte in einer Station an der viel befahrenen Bürgerstraße und an der ruhigeren Nohlstraße. Darüber hinaus hatte das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt 2015 anhand der Messwerte für NO2 und anderer Faktoren wie Fahrzeugaufkommen und Göttinger Busflotte für Werte für andere Bereiche errechnet. Ergebnis: Im Innenstadtbereich ist der Grenzwert in acht Abschnitten überschritten worden. An vier weiteren im Stadtgebiet waren die Werte zumindest recht hoch.

Immer mehr Diesel auf der Straße

Den Stickoxid-Anstieg 2015 führt die Verwaltung unter anderem auf eine vorangegangene Zunahme von Diesel-Pkw zurück. Außerdem blieben trotz neuer Fahrzeuge viele alte Diesel-Stadtbusse im Einsatz, um das neue Liniennetz zu bedienen. Inzwischen aber habe die Stadt ihr Maßnahmenpaket für eine bessere Luft und besseres Klima weiter umgesetzt, so die Verwaltung. Seit 2018 sind die ersten Elektrohybridbusse im Einsatz. Es gibt ein ÖPNV-Beschleunigungsprogramm, neue Radwege, Nahmobilitätskonzepte und einen Masterplan für Carsharing. „In der Bilanz zeichnet sich eine dauerhafte und nachhaltige Grenzwerteinhaltung des Luftschadstoffs NO2 ab“, so die Verwaltung.

Eine positive Einschätzung, die im Ausschuss nicht alle teilen wollten: Jahresmittelwerte ignorierten „Hot Spots“, die vor allem empfindlichen Menschen zusetzen können, so Harald Wiedemann (Grüne). Und Modellrechnungen seien schon gar nicht geeignet, die tatsächliche Lage zu beschreiben, ergänzte Hans-Georg Scherer (CDU).

Von Ulrich Schubert

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