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Göttingen Stopp für Windradbau: Offener Brief an Umweltminister Stefan Wenzel
Die Region Göttingen Stopp für Windradbau: Offener Brief an Umweltminister Stefan Wenzel
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10:22 10.07.2013
Von Gerald Kräft
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Göttingen

In einem offenen Brief an Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) beklagt sich der Zusammenschluss zahlreicher Bürgerinitiativen zugleich darüber, dass es von Wenzel bislang noch keine Reaktion zu ihrem Forderungskatalog Windradplanung gegeben habe.

Im Schreiben an den Minister wird die Frage aufgeworfen, ob in Südniedersachsen mit seinen Buckeln, Senken, Tälern und Hügeln oder gar im Wald noch zusätzliche Windkraftanlagen (WA) gebaut und der Lebensraum der dort lebenden Menschen zerstört werden müsse.

„Sollte man nicht, zum Beispiel auch in Ihrem Wahlkreis, die gravierende Antragsflut auf Neuerrichtung von WA konsequent ablehnen und zurückstellen, dafür aber die finanziellen Mittel zur Erforschung und Errichtung wirklich leistungsfähiger Speicheranlagen verwenden?“

Koordiniert und abgestimmt

In Südniedersachsen liefen Planungen für rund 50 neue Anlagen, in Nordhessen für bis zu 800. „Wer soll das bezahlen, beziehungsweise wie hoch wollen Sie die EEG-Abgabe noch treiben?“

Die Initiative verweist auf eine Überproduktion und Export von Strom aus Deutschland. „Wir sind für eine Energiewende, aber für eine koordinierte und in den Einzelschritten abgestimmte Form.“

Immer mehr, der Energiewende eigentlich aufgeschlossen gegenüberstehende Bürger akzeptierten die zurzeit praktizierte „Wildwestmanier“ der Eigentumsverteilung nicht mehr – „viele Kleine zahlen zu Gunsten Einzelner“.

Nicht auf jedem Hügel und in jedem Tal

Energiegewinnung über Solar und Wind sei nun einmal abhängig von Sonnenschein und Wind. Statt immer mehr WA zu bauen, müsse die Grundlastfähigkeit so weit wie nur möglich erhöht und Geld für Forschung und Fertigung wirklich effektiver Speichermöglichkeiten bereitgestellt werden, fordert das Netzwerk.

„Erst wenn diese Möglichkeit geschaffen wurde und das möglichst nah an vorhandenen WA, kann man über einen weiteren Bau solcher Anlagen nachdenken.“ Trotzdem müsste dann nicht auf jedem Hügel der Mittelgebirge und in jedes Tal oder gar in den Wald „200-Meter-Ungeheuer“ gebaut werden.

Zum Bürgernetzwerk gehören unter anderem Initiativen aus Moringen, Northeim, Erbsen, Nikolausberg, Deppolds-hausen, Gieboldehausen, Hetjershausen und Ellershausen sowie Sieboldshausen, Esebeck, und Barterode.

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