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Göttingen Straso überreicht Weihnachtstüten an Bedürftige
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Straso verschenkt Weihnachtstüten an Bedürftige

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08:00 24.12.2021
Übergabe der Weihnachtstüten (v.l.): Rocky, Viviene Krause (Straso-Praktikantin), Sihamli, Constance und Mike Wacker (Straso-Leiter).
Übergabe der Weihnachtstüten (v.l.): Rocky, Viviene Krause (Straso-Praktikantin), Sihamli, Constance und Mike Wacker (Straso-Leiter). Quelle: Jeanine Rudat
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Duderstadt

Dass zu Weihnachten Wohnungslose und Bedürftige in Göttingen von der Straßensozialarbeit, kurz Straso genannt, beschenkt werden, hat eine mehr als 20-jährige Tradition. Auch in diesem Jahr hat die Einrichtung des Diakonieverbands im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen einen Tag vor Heiligabend Weihnachtstüten an ihre Klientinnen und Klienten verschenkt.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Weihnachtstütenaktion bereits. Sihamli geht schon viele Jahre zur Straßensozialarbeit und freut sich sehr über die Leckereien: „Ich kenne die Straso schon aus dem Rosdorfer Weg und habe mich immer sehr wohl gefühlt. Es wird sich gut um uns gekümmert und ich fühle mich hier gut aufgehoben. Es ist schön, dass mit der Weihnachtstüte an uns gedacht wird.“

Dass die jährliche Weihnachtstütenaktion für die Menschen von großer Bedeutung ist, bestätigt auch Straso-Leiter Mike Wacker. Viele Hilfesuchende hätten keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie und auch enge Freunde gebe es oft nicht mehr. „Die alleinstehenden oder auch alleingelassenen Menschen erhalten oft gar kein Geschenk, gar keine Aufmerksamkeit zu Weihnachten.“ Dadurch habe die Weihnachtstütenaktion der Straso „eine immense Wichtigkeit für unsere Klienten“, so Wacker.

Vor Corona habe es auch jedes Jahr eine Weihnachtsfeier gegeben, „was immer sehr schön war. Wir hoffen, dass dies bald wieder möglich ist“, sagt der Straso-Leiter.

Weihnachtsleckereien und Lebensmittel

In den Weihnachtstüten befinden sich außer Lebensmitteln wie Käse, Orangensaft, Marmelade, Kaffee, Tee, Wurst oder einer Dose Fisch auch diverse Weihnachtsleckereien. So werden die Straso-Klientinnen und -Klienten auch mit Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteinen oder einem Schokoladenweihnachtsmann beschenkt.

Finanziert wird die Aktion in diesem Jahr über die Zuwendung von sechs bundesweiten Stiftungen. Jede der etwa 100 Tüten hat einen Wert von 50 Euro.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der Straßensozialarbeit (Straso) ist Streetwork. Die Streetworker suchen zu jeder Jahreszeit sich auch immer wieder verändernde Hotspots auf, um offensichtliche Zielpersonen oder auch Gruppen anzusprechen. Dabei bieten sie Hilfe und Unterstützung an. Mit niedrigschwelligem Ansatz sollen kommunikative Angebote bis hin zu konkreten Hilfsangeboten bei spezifischen Problemen gemacht werden. Auch Hinweisen von Behörden, Geschäftsinhabern und Privatpersonen wird nachgegangen, so heißt es auf der Website der Straso.

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Straso-Leiter Wacker sagt, die Arbeit auf der Straße sei seit Corona noch wichtiger geworden. „Die Straso ist eigentlich ein offenes Haus. Man trinkt Tee, trifft sich, gibt Kleidung zur Änderungsschneiderei, duscht – seit Corona müssen wir sehr viele Regeln einhalten, das offene Miteinander bricht weg.“

Teestube und Poststelle

Außerdem gibt es am Straso-Standort an der Tilsiter Straße in der Südstadt eine Teestube, die wochentags als Kommunikations-, Aufenthalts- und Verköstigungsraum zur Verfügung steht. Die angegliederte Poststelle können Menschen ohne Meldeadresse als Adresse nutzen, wenn sie Post erwarten. Ferner können die Klienten kostenlos die Dusche der Straßensozialarbeit nutzen oder auch ihre Wäsche waschen (gegen einen Unkostenbeitrag).

In der Straso arbeiten nicht nur die Streetworker, die zu ihrer aufsuchenden Sozialarbeit auch ambulant Klienten betreuen. Auch ein Wohnraumvermittler und Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, die unter anderem beim Schriftverkehr unterstützen, gehören zum Team. Im Netzwerk sind auch Rechtsanwälte, Schuldnerberater und der Schneider. Was derzeit fehlt, sei ein Arzt oder eine Ärztin, sagt Wacker. „Wir suchen händeringend“, sagt er. Erste Hilfe könnten sie alle leisten, aber ein medizinischer Ansprechpartner vor Ort wäre wünschenswert.

Von Britta Eichner-Ramm