Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Straßenverkehr
Die Region Göttingen Straßenverkehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:19 30.09.2019
Kolumnist Lars Wätzold beschäftigt sich in seiner Kolumne zum Wochenende diesmal mit der Verkehrssituation in Deutschland und Göttingen.(Symbolbild) Quelle: picture alliance / dpa
Anzeige
Göttingen

Als ich gestern auf der Autobahn fuhr, sah ich neben der Leitplanke ein großes Schild der Verkehrswacht, worauf ein Kreuz zu sehen war, unter dem „Jens (26), abgelenkt durch eine SMS“ stand. Da wurde ich sehr nachdenklich und fragte mich, welcher Sechsundzwanzigjährige denn heute eigentlich Jens heißt. Genau - keiner. Das Jens-Jahrzehnt war nämlich in den 60ern, aber Anfang der 90er hat doch niemand mehr seinen Sohn so benamt. Und deshalb fühlt sich davon heute auch kein Sechsundzwanzigjähriger angesprochen und die Warnung verpufft. Doch wie kam man im Thinktank der Verkehrswacht dann bloß auf „Jens“? Vielleicht die subtile Rache an einem verhassten Vorgesetzten? Man weiß es nicht. Andererseits ist es natürlich auch eine echte Herausforderung, in diesem Zusammenhang einen passenden Namen zu finden; denn wie könnte der tragisch Verstorbene heißen? Nennt man ihn „Kevin“, denken alle achselzuckend „Na und, der hätte die Fahrt auch ohne Handyablenkung nicht überlebt.“ Nennt man ihn „Ahmed“, fragen Boris Palmer und die AfD empört, welche Vorstellung bei der Verkehrswacht eigentlich darüber herrscht, was der repräsentative sechsundzwanzigjährige Verkehrstote in Deutschland für einer ist. Doch ich habe die Lösung des Problems: Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache war der am häufigsten vergebene Jungenname 1993 im Westen „Daniel“ und im Osten „Philipp“. Will man also heute möglichst viele Sechsundzwanzigjährige davon abhalten, beim Autofahren das Handy zu benutzen, dann sollte man flächendeckend Daniel und Philipp plakativ sterben lassen, aber doch nicht Jens, der bald ein Seniorentelefon braucht. Für das Göttinger Stadtgebiet sind solche Warnhinweise glücklicherweise komplett überflüssig. Autofahren ist bei uns nämlich ganz gefahrlos; aufgrund zahlloser Baustellen kommt man ja ohnehin nur im Schneckentempo voran und kann deshalb nebenbei nicht nur SMS lesen und schreiben, sondern auch getrost Büroarbeiten erledigen - manche arbeiten in Göttingen mittlerweile schon nicht mehr nur im Home-, sondern auch im Car-Office. Diesen Beitrag habe ich zum Beispiel komplett getippt, während ich auf der Weender Landstraße stadtauswärts unterwegs war.

Von Lars Wätzold

Das Göttinger Einrichtungshaus Helten schließt im Dezember 2019. Fachkräftemangel und verändertes Kundenverhalten nennt Inhaber Torsten Helten als Gründe für die Aufgabe nach mehr als 50 Jahren.

21.09.2019
Göttingen Kolumne „Mein Landleben“ Nachhaltigkeitsgedanken

Was war mit den Leuten früher los? Warum haben sie ihren Müll im Garten vergraben? Unsere Landleben-Kolumnistin Anke Weber beschäftigt sich mit den Spuren aus Zeiten ohne Müllabfuhr und macht sich Gedanken über Nachhaltigkeit – wie Dämmung aus Pappe oder Wiesengras.

21.09.2019
Göttingen Wochenendkolume von Christoph Oppermann Wann Göttingen nur rote Ampeln haben sollte

Emden bekommt den Ottifanten auf die Ampeln. Und Göttingen? Mit dem Gänseliesel wird’s ja leider nix. Die Gründe fürs Scheitern sind schnell erklärt.

20.09.2019