Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Straßenwahlkampf in Göttingen wird aggressiver
Die Region Göttingen Straßenwahlkampf in Göttingen wird aggressiver
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:03 11.09.2013
Von Ulrich Schubert
Zerstörte Scheibe: Unbekannte werfen Stein auf CDU-Parteihaus und Merkel-Plakat. Quelle: EF
Anzeige
Göttingen

Nach Demonstrationen und Störkampagnen im August gegen die Alternative für Deutschland (AfD) schien der Straßenwahlkampf eher unspektakulär auf die Bundestagswahl am 22. September zuzulaufen. Nur Smiley-Aufkleber auf Plakaten erhitzen vergangene Woche noch einmal die Gemüter.

Inzwischen aber wird der Kampf um Wählergunst und gegen politische Konkurrenten aggressiver – offenbar besonders gegen die CDU. „Unsere Plakate werden massiv und fast jeden Tag beschmiert, zerschnitten, abgerissen oder anders beschädigt“, beklagt der CDU-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oys – „deutlich mehr als bei früheren Wahlen“.

Anzeige

Faustgroße Steine geworfen

Auffällig sei, dass in diesem Jahr weniger Plakate in der Stadt beschmiert oder beschädigt würden, sondern eher in den Landkreisgemeinden – zum Beispiel in Groß Lengden (Gleichen), in Obernjesa (Friedland) und im Eichsfeld. „In Obernjesa müssen wir Plakate fast täglich erneuern“, ergänzt der CDU-Bundestagskandidat Fritz Güntzler.

Nach mehreren „Attacken“ in Friedland und Groß Lengden habe die CDU Anzeige erstattet. Besonders schockiert habe die Partei aber der Angriff auf ihr Göttinger Parteihaus am vergangenen Wochenende, so Oys. Unbekannte hätten nachts faustgroße Steine geworfen.

Ein Stein sei durch eine Scheibe weit in einen Büroraum geflogen. Der Schaden betrage etwa 500 Euro. „Zum Glück hat niemand hinter der Scheibe gesessen oder gestanden.“

Die Polizei bestätigt zwei Strafanzeigen von der CDU. Bei einem der Fälle in Groß Lengden gebe es nach Zeugenaussagen konkrete Ermittlungen gegen mögliche Täter. Generell seien der Polizei in diesem Jahr sehr viele Übergriffe auf Plakate gemeldet worden.

Die meisten Übergriffe gegen AfD

„Das bewegt sich im oberen zweistelligen Bereich“, so Sprecherin Jasmin Kaatz. Die weitaus meisten davon hätten sich gegen die AfD gerichtet.

Auch die SPD habe zwei Fälle angezeigt, fügt Kaatz an – ebenfalls in Obernjesa. Eine SPD-Sprecherin hingegen betonte auf Anfrage, dass es bisher keine außergewöhnlichen Zerstörungen ihrer Werbeplakate gebe.

Das halte sich in diesem Wahlkampf gegenüber früheren sehr in Grenzen. Abgesehen von der jüngsten Smiley-Aktion „keine Probleme“, heißt es auch bei den Grünen.