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Göttingen Das sind die strategischen Ziele des Landkreises für 2020/21
Die Region Göttingen Das sind die strategischen Ziele des Landkreises für 2020/21
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00:21 02.03.2019
Die Abfallwirtschaft soll harmonisiert werden – ein Ziel von vielen. Im Bild die Mülldeponie Deiderode.
Die Abfallwirtschaft soll harmonisiert werden – ein Ziel von vielen. Im Bild die Mülldeponie Deiderode. Quelle: r
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Göttingen

Erarbeitet wurde die „Strategiekarte 2020/2021“ in einem gemeinsamen Workshop Anfang Februar. Der Übersicht über die vereinbarten Ziele ist eine sperrige Präambel vorangestellt: „Die Geschlechtergerechtigkeit, die nachhaltige Integration und Teilhabe von allen Menschen, die Inklusion, der Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels und die nachhaltige Gestaltung des ländlichen Raumes sind Querschnittsaufgaben und damit integraler Bestandteil aller Mittelfristigen Entwicklungsziele (MEZ), Handlungsschwerpunkte (HSP) und Produktziele (PZ).“

Diese Ziele finden sich wieder in 26 „Handlungsschwerpunkten“, geordnet in sechs „Handlungsbereiche“.

1. Umwelt und Energie

Im Bereich Umwelt und Energie mit dem mittelfristigen Entwicklungsziel „natürliche Lebensgrundlagen nachhaltig sichern; bilanzielle Energieautarkie anstreben sind aufgeführt

- Potenziale zur Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energie realisieren,

- Boden, Wasser, Luft, Flora, Fauna, Habitat nachhaltig schützen,

- Harmonisierung der Abfallwirtschaft.

3. Bildung

Im Bereich Bildung soll das Ziel Bildungsgerechtigkeit erreicht werden mit den Einzelzielen

– Schullandschaft weiterentwickeln und Schulen zukunftsfähig ausstatten

– Berufsbildende Schulen als Kompetenzzentren stärken

– Gute Übergänge von der Schule in den Beruf gestalten.

3. Arbeit und Soziales

Im Bereich Arbeit und Soziales soll vor allem Beschäftigung und Teilhabe ermöglicht werden. Einige Einzelziele:

- Inklusive Teilhabe ausbauen,

- Ambulante Pflege sicherstellen,

- Nachhaltigen und sozialen Wohnraum schaffen.

4. Jugend

Als neuer eigenständiger Bereich in der strategischen Planung des Landkreises wurde der Bereich Jugend mit dem übergeordneten Ziel „Prävention ausbauen“ geschaffen. Einige der Ziele:

- Die Kindertagesbetreuung qualitativ und quantitativ ausbauen,

- Frühe Förderung ausbauen,

- Familien in ihrer Erziehungskompetenz stärken.

5. Leben und Wirtschaft

Ein weiterer Handlungsbereich ist das Leben im Landkreis und Wirtschaft mit dem Generalziel „Gutes Leben und Wirtschaften in allen Teilen des Landkreises ermöglichen“. Einzelziele:

- Gleichwertige Lebensverhältnisse und Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sichern,

– Wirtschaftliche Potenziale der Region stärker nutzen und erfolgreicher vermarkten.

Außerdem sollen

- der Bevölkerungsschutz fortentwickelt werden,

- Kultur und Sport als Standortfaktoren genutzt und finanziell gesichert werden,

6. Finanzen und Verwaltung

Im Bereich Finanzen und Verwaltung soll das Verwaltungs- und Gremienhandeln serviceorientiert und bezahlbar gestaltet werden. Einzelziele sind hier unter anderem

- finanzielle Leistungsfähigkeit sichern,

- Geschäftsprozesse optimieren, digitalisieren und bürgerorientiert gestalten.

In der Gestaltung des Kreishaushalts sollen sich diese Ziele als verbindliche Richtschnur wiederfinden, so der Sinn des Strategiepapiers.

In der Sitzung des Kreistags gab es von den Parteien durchweg Lob für das Vorgehen, die Strategiekarte samt Einzelzielen gemeinsam in einem ganztägigen, von der Kreisverwaltung organisierten Workshop festzuklopfen. CDU-Fraktionschef Harald Noack merkte an, er sei zunächst skeptisch gewesen – „weil die zentrale Haushaltskompetenz beim Kreistag liegt“. Tatsächlich aber habe die Verwaltung primär unterstützt, aber nicht dirigiert. Dieses Vorgehen sei „sehr gelungen“ gewesen.

Von Matthias Heinzel