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Göttingen „Wir sind nicht nur Busfahrer, sondern Dienstleister“: Was hinter dem Streik bei den GöVB steckt
Die Region Göttingen

Streik in Göttingen: Keine GöVB-Busse am Mittwoch

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14:21 07.10.2020
Am Mittwoch, 7. Oktober, streiken in Göttingen die Busfahrer. Streikleiter Carsten Syring schließt weitere Streiks nicht aus. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Am heutigen Mittwoch bleiben die Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) bis Dienstschluss im Depot an der Gustav-Bielefeld-Straße. Busfahrer, Kantinenmitarbeiter und Mechaniker aus der Werkstatt streiken dort für bessere Arbeitsbedingungen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte landesweit zu einem weiteren Streiktag aufgerufen, an dem sich die Mitarbeiter der GöVB beteiligen.

Lesen Sie auch: Der Verdi-Warnstreik in Göttingen: Der Liveticker zum Nachlesen

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Seit 4 Uhr stehen Busfahrer aus der Frühschicht, Kantinenmitarbeiter und Mitglieder des Betriebsrats vor den Toren des Betriebsgeländes und harren aus. Sie fordern Änderungen im Rahmentarifvertrag für die Beschäftigten des ÖPNV, unter anderem 30 Tage Urlaub für alle pro Jahr, zusätzliche Entlastungstage und eine Anrechnung der Ausbildungszeit sowie „die Übernahme unserer Auszubildenden nach Abschluss“, sagt Streikleiter Carsten Syring.

Am Mittwoch haben in Göttingen die Fahrer der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) gestreikt. Für viele Göttinger bedeutete das: improvisieren. Hier können Sie Sich durch Staus, verwaiste Haltestellen und Arbeitskampf-Parolen klicken.

Mehr Geld für Wechselschichten und Weihnachtsgeld

Bezüglich des Lohnes sollte die Stufenlaufzeiten verkürzt, mehr Geld für Wechselschichten gezahlt werden – „und ein 100-prozentiges Weihnachtsgeld wollen wir auch“, so Syring. Die Gründe seien klar, sagt Michael Guder, der früher Busse fuhr und mittlerweile Fahrten und Schichten plant: „Die Bedingungen für Busfahrer sind sowieso schwierig, finanziell und freizeittechnisch sollten wir besser stehen. Wir sind nicht nur Busfahrer, wir sind Dienstleister, die alle Wünsche der Kunden erfüllen sollen und das Fahren funktioniert nebenbei.“

Außerdem leisteten alle im Betrieb viel, dementsprechend sollten Urlaubstage und Weihnachtsgeld auch für alle Mitarbeiter aus Fahrdienst, Werkstatt und Verwaltung gleich sein. Nicht zu vergessen sei die Werkstatt. „Wir haben hier so viele junge Leute, die sich jetzt angesichts der E-Mobilität vom Mechaniker zum Mechatroniker weiterbilden müssen – und das auch gern tun. Ohne die würde das hier nicht so gut laufen“, ergänzt Syring.

Weitere Streiks nicht ausgeschlossen

Die GöVB-Mitarbeiter erhöhen gemeinsam mit Verdi den Druck, weil sich die kommunalen Arbeitgeber nach ersten Warnstreiks noch immer gegen Verhandlungen über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für die Beschäftigten des ÖPNV aussprechen würden, heißt es im Streikaufruf des Verdi-Landesbezirkes.

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Sollten auch diese Woche keine Gespräche geführt werden, sei nicht ausgeschlossen, dass auch in der kommenden Woche der öffentliche Nahverkehr in Göttingen ausfalle, so Syring. „Aber wir hoffen natürlich, dass dies nicht nötig sein wird.“ Bis 19 Uhr wollen Beschäftigte am Mittwoch vor dem Betriebsgelände demonstrieren. „Und danach gehen wir nach Hause, heute fahren nur die Busse des VSN durch die Stadt“, stellt Syring klar.

Von Lea Lang und Yasmin Dreessen