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Göttingen Streit um Göttinger „Schandfleck“
Die Region Göttingen Streit um Göttinger „Schandfleck“
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21:59 17.09.2014
Steht seit fast eineinhalb Jahren leer und ist vor allem Nachbarn ein Dorn im Auge: Pressebox-Kiosk an der Groner Straße.
Steht seit fast eineinhalb Jahren leer und ist vor allem Nachbarn ein Dorn im Auge: Pressebox-Kiosk an der Groner Straße. Quelle: Vetter
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Göttingen

Die Zeiten, in denen hier Zeitungen und Zeitschriften über den Tresen gingen, sind seit fast eineinhalb Jahren vorbei. Jetzt steht der viereckige Kasten mit der Aufschrift Pressebox ungenutzt auf dem Bürgersteig an der Groner Straße. Die Scheiben sind vergittert, der Innenraum ist, bis auf einen Kühlschrank, einen Stuhl, einige Regale sowie ein paar Flaschen, leer.  

Inhaber des Kiosks ist die Presse-Grosso Mitte mit Sitz in Staufenberg. Mieter ist die Baudis Tabakwaren GmbH aus Hedemünden. Zwischen den Parteien gibt es Differenzen. „Die Verantwortung für Betrieb und Sauberkeit liegt beim Mieter“, sagt Presse-Grosso-Geschäftsführer Wolfgang Tonollo.

„Wir haben den Kiosk aufwendig reinigen lassen“, sagt Baudis-Geschäftsführer Stefan Baudis. Jetzt sei der Vermieter an der Reihe, das Objekt in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen.

„Am besten auf den Schrottplatz mit dem Ding“

Die Geschäftsleute aus der Nachbarschaft sind sauer. „Der Kiosk dient als nächtlicher Treffpunkt“, sagen Bratwurstglöckle-Inhaberin Jacqueline Bodem. Kamps-Backstube-Betreiber Sandor Müller ergänzt: „Morgens müssen wir erst einmal Flaschen wegräumen.“ Dass man den Kiosk noch betreiben könne, glaube er nicht, er sei heruntergewirtschaftet. Bodem pflichtet ihm bei: „Am besten auf den Schrottplatz mit dem Ding.“ Unterstützung finden die beiden bei Passanten.

„Eigentlich gehört der Kiosk ja zum Stadtbild“, sagt Antje Riepe, „aber so, wie er jetzt aussieht, sollte er abgerissen werden“. Lothar Haedrich berichtet, er gehe regelmäßig morgens die Groner Straße entlang: „Was ich da sehe? Menschen, die die Kioskwände als Urinal benutzen.“

Auch Stadtbaurat Thomas Dienberg (parteilos) ist von dem Objekt nicht begeistert: „Eigentlich handelt es sich um einen schönen Entwurf. Aber so, wie er derzeit aussieht, ist er ein echter Schandfleck.“  

Jetzt hoffen alle auf eine Einigung zwischen Mieter und Vermieter. „Sobald alle Differenzen ausgeräumt sind, mache ich weiter“, sagt Stefan Baudis. Auch Tonollo betont sein Interesse an einer Lösung. Immer wieder würden Leute fragen, wann der Kiosk wiedereröffnet: „Das zeigt mir, dass er vermisst wird – ich hoffe, dass wir so rasch wie möglich Abhilfe schaffen können.“

Von Hauke Rudolph