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Göttingen Rüde Parkplatzüberwachung
Die Region Göttingen Rüde Parkplatzüberwachung
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00:18 02.04.2019
Quelle: Christina Hinzmann / GT
Weende

Seit November überwacht das Unternehmen „Parken & Management“ den Parkplatz des Fachmarktzentrums. Die Überwachung hat der Besitzer der Groß-Immobilie, die Corpus Sireao Real Estate aus Köln, beauftragt. Der Grund: Viele Parkplätze werden durch Dauerparker belegt, die offenbar im Klinikum arbeiten, das Weender Krankenhaus aufsuchen oder im neu errichteten Appartementblock an der B 27 wohnen.

Daher hat „Parken und Management“ überall auf dem Gelände Hinweistafeln aufgestellt, mit der den Nutzern für den Fall, dass sie ihr Auto ohne Parkscheibe abstellen, eine „Vertragsstrafe“ in Höhe von 19 Euro androht. Und wer nicht gleich zahlt, bekommt eine Zusatzstrafe in Höhe von weiteren zehn Euro aufgebrummt. Mit insgesamt 29 Euro wird das vermeintlich kostenlose Parken damit ziemlich teuer.

Kleinste Nachlässigkeiten

Die Folge: Zahlreiche Besucher des Einkaufszentrums beschweren sich. Und zwar nicht bei in Köln oder direkt bei „Parken & Management“ sondern bei den Geschäften wie beispielsweise beim Lebensmittelmarkt Tegut oder in der Apotheke B27. Die Vorwürfe: Kaum hat man dem eigenen Auto den Rücken zugedreht, springt ein Parkplatzwächter herbei und pflanzt ein Ticket an die Windschutzscheibe. Der Parkplatz werde regelrecht nach den kleinsten Nachlässigkeiten abgesucht, um schnell Kasse zu machen. „Jeden Tag“ gebe es Beschwerden, erklärt eine Mitarbeiterin der Apotheke.

Wer sich doch bei „Parken & Management“ beschwert, wird in der Regel freundlich aber knallhart abgewiesen. So beispielsweise Wolfgang Wangerin aus Herberhausen, dessen Lebensgefährtin ihren Wagen am am Rand der Ladenstraße vor dem Tegut-Markt abstellte. Sie hatte das Auto nur kurz verlassen, schon prangte an der Windschutzscheibe ein Strafzettel über 19 Euro. Begründung: Der Wagen habe nicht nur ohne Parkscheibe, sondern auch noch in der Feuerwehrzufahrt gestanden.

Wangerin wehrte sich. Seine Argumente: Es gebe gar keine Feuerwehrzufahrt, weil jeglicher Hinweis auf eine solche fehle. Ebenso wenig gebe es ein Halteverbotsschild. Wangerins Vermutung: Der Autofahrer solle getäuscht werden, um ihn besser abkassieren zu können.

Keine Ausnahmen

Sein Widerspruch blieb jedoch ohne Erfolg. Mit dem Parkscheiben-Modell, schrieb „Parken & Management“, wolle man „auch zukünftig den Service ,90 Minuten kostenlos Parken‘ gewährleisten können“. Und: „Wir bitten um Verständnis, dass wir hier nicht anfangen können, Ausnahmen zu gewähren“, Eine Stornierung der Strafzahlung sei daher „leider“ nicht möglich.

Das Tegut-Management sieht das allerdings anders: Zwar halte Tegut wie auch andere Mietern eine Parkplatzüberwachung für notwendig, um den Kunden die Möglichkeit zum Parken zu geben, erklärt Unternehmenssprecher Michael Krause. Die regelmäßigen Fremdparker hätten die Verfügbarkeit des Parkplatzes für Kunden teilweise erheblich eingeschränkt.

Allerdings habe sich Tegut als Mieter der Immobilie wegen Kundenbeschwerden zur Parkplatzüberwachung an den Vermieter gewandt. Krause: „Die Vorgehensweise des derzeitigen Dienstleisters für die Parkraumüberwachung spiegelt nicht das Verständnis von Kundenfreundlichkeit wider, welches Tegut für sich in Anspruch nimmt.“ Im gemeinsamen Gespräch, an dem auch andere Mieter beteiligt seien, und durch die Überprüfung der Versprechungen des Dienstleisters wolle Tegut „zeitnah Veränderungen und Verbesserungen im Sinne der Kundenzufriedenheit erreichen“. Tegut-Kunden könnten sich bei im Bedarfsfall an die Tegut-Kundenbetreuung in Fulda wenden, versichert Krause.

„Auf einem guten Weg“

Der Marktzentrum-Inhaber Corpus Sireo sieht den Einsatz des von ihm beauftragten Parküberwachungsunternehmens ebenfalls nicht unkritisch: „Am Anfang ist das vielleicht nicht so gelaufen, wie wir das gewollt haben“, erklärt Corpus Sireo-Sprecher Dominik Spieth. „Parken & Management“ habe jetzt allerdings versichert, zehn Minuten Karenzzeit einzuhalten. Spieth: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Erste Reaktionen von „Parken & Management“ auf die gehäuften Beschwerden von Parkplatznutzern scheint es bereits zu geben: Gegenüber Wangerin erklärte die Landshuter Firma jetzt, sie habe die Beschilderung an der angeblichen Feuerwehrzufahrt geprüft. Wangerin habe recht. Die Folge: „Bitte entschuldigen Sie die daraus resultierende Irritation, wir werden den Vorgang stornieren.“

Von Matthias Heinzel

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