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Göttingen Sorge um Schulschließungen nicht zerstreut
Die Region Göttingen Sorge um Schulschließungen nicht zerstreut
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14:36 02.11.2018
Ist mangels ausreichender Schülerzahlen gefährdet: die Astrid-Lindgren-Hauptschule in Duderstadt. Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

Mühsam wurde um jede Formulierung und um Kompromisse gerungen, doch der Schulentwicklungsplan des Landkreises bis 2021 stößt auch auf Ablehnung. Schulleiter und Kommunalpolitiker äußerten bei einer Anhörung im Schulausschuss grundsätzliche Kritik, Enttäuschung, Korrekturwünsche, Forderungen nach mehr Raumbedarf und besserer Ausstattung sowie Vorschläge zur Veränderung der Schullandschaft. Problematisch ist die Situation in Duderstadt und im Harz, wo es um die Zukunft von Haupt- und Oberschulen geht.

Die Ausschussmitglieder übten sich in Zurückhaltung, in der Sondersitzung in der Mensa der BBS II stand der Vortrag der teilweise umfangreichen Stellungnahmen im Vordergrund. Obwohl die Oberschulen Badenhausen und Bad Sachsa erhalten bleiben und die Auflösung der Oberschule Hattorf vom Tisch ist, konnten die Zukunftssorgen dort nicht zerstreut werden. Die Hattorfer Elterninitiative spricht von einer „Drohkulisse“ und vermisst strategische Weitsicht, die Oberschule Badenhausen „jegliche Vision einer zukünftigen Bildungslandschaft“. Schulleiter Frank Kellner befürchtet, dass einige Schulen „ausgehungert“ würden, will Prioritäten und den Begriff „Zukunftsfähigkeit“ präzisiert haben. Gleich in mehreren Statements wurde kritisiert, dass der Schulentwicklungsplan lediglich finanzpolitischen Erwägungen folge und dass die Entscheidung über Schulschließungen nicht dem Landrat überlassen werden dürfe. Dezernent Marcel Riethig trat der Sorge um Schließungen entgegen: „Wir investieren in alle Schulen weiter Geld.“ Riethig hob auch den transparenten Prozess für den Schulentwicklungsplan hervor und verteidigte dessen Zeitrahmen. Eine längere Laufzeit mache keinen Sinn, da 2021 ein neuer Kreistag gewählt werde.

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Oberschule für Duderstadt angeregt

Schulpolitischen Sprengstoff birgt ein Vorschlag von SPD, WDB und Grünen der Stadt Duderstadt. Weil dort der Astrid-Lindgren-Hauptschule (ALS) die Schüler auszugehen drohen, regen sie die Bildung einer Oberschule an, die die ALS und die Heinz-Sielmann-Realschule ersetzen solle. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) St. Ursula in kirchlicher Trägerschaft befinde sich in der Auslaufphase, die Pestalozzi-Schule als Förderschule im Bereich Lernhilfe werde bis 2028 abgewickelt, heißt es in der Begründung. Etwa 500 Schüler, die zusätzlichen pädagogischen Aufwand benötigten, seien dann nicht mehr wie bisher zu beschulen. Aufgrund des freigegebenen Elternwillens würde die Realschule verstärkt angewählt werden, verbunden mit erheblichen Problemen. Leider sei der Wunsch nach einer IGS aktuell nicht durchsetzbar, sagt Matthias Schenke (SPD): „Daher setzen wir uns für die Einrichtung einer nach Schuljahrgängen, nicht nach Schulzweigen, gegliederten Oberschule ein.“ Auch die Einrichtung einer neuen Oberschule nur mit Schülern der ALS und der auslaufenden IGS St. Ursula hält Schenke für denkbar.

Damit will er offensichtlich Realschulleiter Stefan Hoppe Wind aus den Segeln nehmen. Denn dem schmeckt es überhaupt nicht, die Realschule „leichtfertig aufs Spiel zu setzen“. Diese Schulform, zu der Hoppe ein Bekenntnis im Entwicklungsplan vermisst, sei stark akzeptiert, die Anmeldungen vernünftig und ausgewogen: „Es wäre fahrlässig, wegen fehlender Schüler an einer Hauptschule eine gut funktionierende Realschule zu opfern.“ Anfreunden kann sich Hoppe hingegen mit dem Vorschlag von ALS-Leiterin Franziska Stollberg, die ALS mit der Pestalozzi-Schule im Gebäude der St.-Ursula-Schule aufzunehmen und die Hauptschüler der ALS/St. Ursula zu einer starken Hauptschule zusammenzufassen. Und Dr. Thomas Carl Stiller (FDP) drängt weiterhin auf eine IGS in Duderstadt, die zur Übernahme zur Verfügung stehe.

Von Kuno Mahnkopf

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