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Göttingen Rauschgift-Prozess: Als aus Marihuana Streusalz wurde
Die Region Göttingen Rauschgift-Prozess: Als aus Marihuana Streusalz wurde
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19:34 11.08.2019
Streusalz statt Marihuana. Die Polizei in Italien hatte die Sendung abgefangen und die Drogen sichergestellt. Stattdessen bekamen die beiden Tatverdächtigen Streusalz geliefert. Quelle: R
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Göttingen

Ein Prozess gegen zwei mutmaßliche Drogenhändler soll am 12. August am Landgericht Göttingen beginnen. Angeklagt sind zwei Männer, 38 und 31 Jahre alt. Im August sind drei Verhandlungstage angesetzt, im September sollen weitere folgen. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil anstatt Rauschgift Streusalz geliefert worden ist.

Von Rom nach Barbis. Diesen Weg sollten im Februar zwei Pakete nehmen. Nahmen sie auch, allerdings anders, als von den Absendern gedacht. Zwei Männer, ein Albaner und ein Italiener, sollen am 22. Februar in der Ewigen Stadt bei einer Spedition die beiden Pakete aufgegeben haben, zum Versand an eine Adresse in Bad Lauterberg. Was der Spediteur nicht wusste: Die Sendung bestand aus 55 Kilogramm Marihuana.

Am 4. März klickten die Handschellen

Das allerdings wusste die internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol Rom, der Deal war aufgeflogen. Als die beiden Männer die Pakete in Deutschland Empfang nahmen, hatte sich der Inhalt verwandelt. Darin befanden sich Streusalz und Papiertaschentücher: Streusalz für das Gewicht und die Taschentücher zum Auspolstern. Die Drogen konnten nach Polizeiangaben sichergestellt werden. Polizeibeamte nahmen die Angeklagten am frühen Mittag des 4. März in Bad Lauterberg fest. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft. Die Polizei ist sich sicher, dass die Drogen in Deutschland weiterverkauft werden sollten.

Kein fester Wohnsitz in Deutschland

Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion (PI) Göttingen war aufgrund der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit federführend an der Festnahme beteiligt. „Von den Ermittlern wurden unter anderem die legendierte Lieferung der Pakete sowie die Festnahme der beiden Täter geplant, organisiert und durchgeführt“, erläutert die Sprecherin der PI Göttingen, Jasmin Kaatz. Das Wort legendiert bedeutet im polizeilichen Sprachgebrauch erfunden. Angaben zur Zahl der eingesetzten und involvierten Beamten möchte Kaatz nicht machen. Der italienische und der albanische Staatsbürger haben nach ihrer Kenntnis keinen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik.

Rauschmittel werden im Ausland produziert

„Betäubungsmittelkriminalität ist zumeist grenzüberschreitende Kriminalität, da die Produktion der Rauschmittel im überwiegenden Maße im Ausland erfolgt und Deutschland als Bestimmungsort beziehungsweise Transitland fungiert“, erklärt die Sprecherin des Landeskriminalamtes, Nevin Ayyildiz, auf die Frage, ob die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, wie in diesem Fall geschehen, eher die Ausnahme oder die Regel sei. Vor diesem Hintergrund habe sich insbesondere bei der Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität eine in der Gesamtschau sehr gute und intensive Zusammenarbeit der jeweiligen Strafverfolgungsbehörden etabliert, versichert Ayyildiz.

Italienischer Beamter nahm Kontakt auf

Bei dem hier in Rede stehenden Fall sei der Informationsaustausch über den italienischen Verbindungsbeamten beim Bundeskriminalamt (BKA) initiiert worden. Dieser nahm Kontakt mit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamtes Niedersachsen und des Zollfahndungsamtes Hannover auf. „Von dort erfolgte die Einbindung der örtlichen Polizeikräfte“, informiert die LKA-Sprecherin.  Absolute Zahlen zum Postversand von Drogen nach Niedersachsen, sagt sie, würden nicht vorliegen, da Postsendungen, insbesondere bei inländischem Verkehr, in der Regel ohne Kontrolle vom Absender zum Empfänger gelangen.

Und: „Im Zusammenhang mit polizeilich bekannt gewordenen Fällen des Postversandes von Drogen gibt es keinen mit der polizeilichen Kriminalstatistik vergleichbaren Datenbestand, so dass valide und qualitätsgesicherte Daten nicht vorliegen.“ Im Ergebnis sei allerdings zu konstatieren, dass polizeiliche Feststellungen zum Postversand von Drogen nach beziehungsweise aus Niedersachsen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.

Von Ulrich Meinhard

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