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Göttingen Nach zwei Stunden wieder am Netz
Die Region Göttingen Nach zwei Stunden wieder am Netz
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00:19 26.01.2018
Umspannwerke in Hann. Münden, Witzenhausen, Eschwege und Drammetal konnten am Donnerstag nicht mit Hochspannung versorgt werden. Quelle: Meder
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Göttingen

Die Sicherung der Stromversorgung ist in erster Linie Aufgabe der Energieversorgungsunternehmen, konstatierte der Landkreis Göttingen am Montag. Die seien darauf vorbereitet, im Fall von Unterbrechungen diese zeitnah wieder herzustellen. „Das hat in der vergangenen Woche funktioniert“, so Landkreis Sprecher Ulrich Lottmann. Der Grund dafür liege in dem überregionalen Mittelspannungsnetz der EAM-Tochter Energie-Netz-Mitte, erklärt deren Geschäftsführer Jörg Hartmann.

Hier sei in den vergangenen Jahren in eine moderne Infrastruktur investiert worden. Da man schon seit Langem große Teile des Stromnetzes auf Erdkabel umgestellt habe, sei es während des Sturms nur zu wenigen und kurzen Störungen gekommen. Dennoch war die EAM gefordert, um die Ausfälle des vorgelagerten Hochspannungsnetzes der Avacon zu kompensieren.

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Neben Hann. Münden waren die Regionen im Umkreis von Witzenhausen, Eschwege und Friedland besonders betroffen. Wegen umgestürzter Masten wurden die Umspannwerke in diesen Kommunen nicht mehr versorgt. Nach entsprechenden Umschalt- und Umbauarbeiten stellte die EAM eine Notversorgung über die Umspannwerke Göttingen-Grone und Hessisch Lichtenau her. „Die meisten Kunden hatten nach zwei Stunden wieder Strom“, so die EAM in einer Mitteilung. Am späten Freitagnachmittag konnte die Versorgung über die Hochspannung wiederhergestellt werden.

Das soll in Hann. Münden laut Netzbetreiber Avacon voraussichtlich erst im Laufe dieser Woche erfolgen. Bis dahin übernimmt die EAM hier die Versorgung – auch der Netzkunden der Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Deren Sprecher Marc Pfütz betont: „Wir können nur das verteilen, was wir bekommen. Unser Netz war intakt.“ Priorität habe nach dem Sturm am Donnerstag die Versorgung der kritischen Infrastruktur und der Haushalte gehabt.

Zudem hätten Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe noch in der Nacht Kontakt zu den Industriebetrieben aufgenommen. Die allerdings mussten bis Sonnabendnachmittag auf eine gute Nachricht warten. Erst nach kurzfristigen Umbauarbeiten am Umspannwerk Hann. Münden stand ausreichend Leistung zur Verfügung, um alle Betriebe, die es in Anspruch nehmen wollten, 90 Prozent der Volllast anzubieten.

Hartmann kommentiert den Ablauf der vergangenen Tage so: „Die schnelle Wiederversorgung war nur durch unser mit entsprechenden technischen Reserven aufgebautes, überregionales Mittelspannungsnetz und das Engagement unserer Mitarbeiter vor Ort sowie unserer Leitstelle möglich. Ohne diese Reserven im Mittelspannungsnetz wäre es zu deutlichen längeren Versorgungsausfällen gekommen.“

In diesem Fall wäre der Landkreis gefordert gewesen, da er die Stromversorgung von kritischer Infrastruktur sichern muss. Szenarien eines länger anhaltenden oder großflächigen Stromausfalls seien eine besondere Herausforderung an den Bevölkerungsschutz. Man habe sich diese Thematik bereits auf die Agenda gesetzt und entsprechende Sondereinsatzpläne erarbeitet, so Lottmann. Zudem sind für die kommenden Jahre bereits finanzielle Mittel für die Beschaffung entsprechender Notstromgeneratoren im Kreishaushalt vorgesehen.

THW stellt Elektrofachkräfte und Aggregate

Das Technische Hilfswerk (THW) stärkt aktuell seine Kompetenzen im Bereich der sogenannten kritischen Infrastruktur. Die Probleme in der Stromversorgung nach dem Sturm „Friederike“ zeigen deutlich die Notwendigkeit, mit leistungsstarken Stromaggregaten auf solche Ereignisse reagieren zu können, so ein Sprecher. Hierzu beschaffe das THW in den nächsten Jahren für seine Fachgruppen neue leistungsstarke Stromaggregate.

In Hann.Münden waren THW-Elektrofachkräfte aus vier Ortsverbänden im Einsatz, um mit zwei 175-kVA- und einem 475-kVA-Aggregat vorübergehend die Stromversorgung in einem Industriebetrieb zu sichern. Im Schichtbetrieb standen dem Anforderer Elektrofachkräfte des THW beratend zur Seite. Insgesamt waren 20 Helfer beteiligt.

Von Markus Scharf

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