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Göttingen Studie über Behandlung von Hyperaktivität
Die Region Göttingen Studie über Behandlung von Hyperaktivität
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00:33 28.05.2018
Hyperaktivität – ein kaum zu bremsender Bewegungsdrang.
Hyperaktivität – ein kaum zu bremsender Bewegungsdrang. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychischen Krankheiten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, erklären die Wissenschaftler der Uni-Klinik. Häufig setzen die Probleme bereits im Kindergartenalter ein. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten in der Familie, im Kindergarten, der Schule oder in der Berufsausbildung. Auch Beziehungen zu anderen Menschen sind oft problematisch.

Neues Behandlungsprogramm

Für diese Störung hat die Uni-Klinik ein neues Behandlungsprogramm entwickelt. Es beginnt niedrigschwellig - mit der sogenannten telefonunterstützten Selbsthilfe. Mit Hilfe von Broschüren und in Telefongesprächen mit Mitarbeitern der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Köln können Eltern lernen, wie sie besser mit ADHS und ähnlichen Schwierigkeiten umgehen können. Erst wenn sich zeigen sollte, dass dies nicht ausreicht, um Eltern und Kind zu helfen, werden weitere Behandlungen begonnen – entweder ein Training für Eltern und Erzieher oder die an der Uni-Klinik übliche Behandlung bei ADHS und Aufmerksamkeitsproblemen.

Welche dieser Behandlungen den Teilnehmern angeboten wird, können sie sich nicht aussuchen, erklärt das Klinikum: „Bei einer wissenschaftlichen Studie muss das der Zufall entscheiden. Nur so können wir aussagekräftige Ergebnisse bekommen.“ Damit die Wissenschaftler überprüfen können, ob die Behandlungen helfen, müssen teilnehmende Eltern regelmäßig Fragebögen ausfüllen. Auch ein Erzieher des Kindes sollte an der Studie teilnehmen. Der betreffende Pädagoge wird in die Behandlungen einbezogen und kann so lernen, besser mit den Besonderheiten des Kindes umzugehen. Vom ersten Termin bis zum letzten Fragebogen dauert die Studie zwölf bis 15 Monate.

„Beste ADHS-Behandlung“

Überprüft wird dies alles in den beiden Studien Esca-School und Esca-Preschool für Schul- und Vorschulkinder. Beide sind Teil der größeren Studie Esca-Life, mit der die Behandlung von ADHS über die gesamte Lebensspanne untersucht werden soll: An Esca-Life sind viele verschiedene Universitäten und Kliniken beteiligt. Kinder können beispielsweise in Hamm, Köln, Mannheim, Marburg, Tübingen und Würzburg an der Studie teilnehmen; Jugendliche in Hamm, Köln, Mannheim, Marburg und Würzburg. Erwachsene werden beispielsweise in Homburg (Saar), Mannheim, Mainz, Oldenburg, Tübingen und Rostock begleitet. Wer bei einer der Studien mitmacht, verspricht das Göttinger Uni-Klinikum, „erhält die beste ADHS-Behandlung, die das Gesundheitssystem derzeit hergibt“.

Interessenten können sich bei der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Von-Sieboldstraße 5, 37075 Göttingen melden: Henrik Uebel-von Sandersleben, Studientelefon 0551/39-66454. E-mail: esca-studie@med.uni-goettingen.de.

Von Matthias Heinzel