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Göttingen Brand bei Sartorius: Schaden in Millionenhöhe
Die Region Göttingen Brand bei Sartorius: Schaden in Millionenhöhe
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07:24 13.09.2019
Quelle: Heller
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Göttingen

Am Mittag des 24. August war in einem Zwischenlager für Nitrocellulose auf dem Sartorius-Firmengelände ein Feuer ausgebrochen. Giftiger Rauch stieg in den Himmel auf, gut hundert Feuerwehrleute kämpften unter erschwerten Bedingungen gegen die Flammen. Erst in die Nachtstunden konnte Entwarnung gegeben werden.

Drei Wochen nach dem Zwischenfall erklärt das Unternehmen, dass die Suche nach der Brandursache noch immer nicht abgeschlossen sei. Verschiedene externe Gutachter hätten die Brandstelle besichtigt, Unterlagen eingesehen und Materialtests vorgenommen. „Die entsprechenden Berichte sollen in einigen Wochen vorliegen“, sagt Unternehmenssprecherin Petra Kirchhoff.

Millionenschaden an die Versicherung gemeldet

Die Schadenshöhe könne hingegen mittlerweile genauer beziffert werden: Ein „niedriger Millionen Euro-Betrag“ sei der Versicherung gemeldet worden. Wie zu erwarten sei der größte Schaden durch das Löschwasser an den Stromaggregten entstanden. Die Wehren hatten rund 900 Kubikmeter Wasser in das Gebäude pumpen müssen, um die Temperaturen niedrig zu halten und sicherzustellen, dass alle Glutnester in den Nitrocelluloserollen gelöscht sind.

Der Brand in einem Zwischenlager mit Gefahrenstoff hat die Feuerwehr über Stunden in Atem gehalten.

Inzwischen sei der Großteil der Maschinen wieder in Betrieb genommen worden. Zu Lieferengpässen in Richtung Kunden sei es durch den Brand nicht gekommen. Die Wiederherstellung des vom Brand betroffenen Gebäudeteils dürfte allerdings noch etwa weitere drei Wochen in Anspruch nehmen, obwohl es von den Gutachtern wenige Tage nach dem Brand schon wieder freigegeben worden sei.

Vorsichtsmaßnahmen angeschoben

„Aufgrund des schnellen und umsichtigen Handelns der Feuerwehr und unserer eigenen Fachleute konnte der Schaden sehr begrenzt gehalten werden. Vor allen Dingen ist es glücklicherweise zu keinen Personenschäden gekommen“, lobt Kirchhoff. Dennoch arbeite man intern an einem Bündel von Maßnahmen, um zukünftig ähnliche Zwischenfälle zu vermeiden. „Aufgrund der wohl nur eingeschränkten Möglichkeit, die Brandursache genau zu ermitteln, handelt es sich hierbei nicht um Korrektur-, sondern um Vorsichtsmaßnahmen.“

So werde beispielsweise die Brennbarkeit des Materials durch eine Papierlage reduziert. Zudem würde das Zwischenlager nicht nur besser klimatisiert, sondern auch häufiger kontrolliert. Der Schutz vor elektrostatischer Entladung werde erhöht und der Zugang zur Halle reglementiert. Außerdem hat Sartorius die Bundesanstalt für Materialforschung mit Versuchen beauftragt, um den Erfolg der Brandschutzmaßnahmen überprüfen zu können.

Von Markus Scharf