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Göttingen Tageblatt Wochenendkolumne von Christoph Oppermann
Die Region Göttingen Tageblatt Wochenendkolumne von Christoph Oppermann
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00:18 29.02.2016
Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Ehrlichkeit gewinnt bedeutend an Schärfe, wenn sie im Kleid der Höflichkeit verborgen ist. Bei einigen Besuchen in Mensa-Dependancen in jüngster Zeit boten mir Studierende freundlich und umgehend Platz an, sietzten mich ... _ dabei ist es doch gerade erst ein Vierteljahrhundert her, dass die Politikwissenschaft die wunderbare Gelegenheit bekam, sich an meinen großartigen Erkenntnissen zu messen. Wenn diese jungen Leute heute doch nicht so furchtbar gut erzogen wären. 

In solchen Momenten habe ich mich den Knochenfunden an und unter der Alten Mensa erbärmlich nahe gefühlt. Keine Witze über das Essen in der Alten Mensa! Die sind bereits sämtlichst veröffentlich (vgl. Heinrich v. Dreist, Der Student geht so lange zur Mensa, bis er ..., a.a.O.), und die letzten wirklich guten Pointen und Kalauer dazu haben die Gäste bei der Mensa-Wiedereröffnung genossen. An Rainer Bolli ist ein wirklich guter Entertainer verloren gegangen. Irgendetwas ist ja immer. Dafür hat er die Alte Mensa saniert, und das allerfeinstens. 

Um zum Anfang zurückzukehren. Mir ist ein Chefredakteur persönlich bekannt, der Stein und Bein schwört, dass es früher (BRD-DDR, kein Privatfernsehen, nix Internet - das "früher" eben) unschlagbaren Milchreis in der Alten Mensa gegeben habe. Wenn wir nur herausbekämen, wo derlei heute noch aufzutreiben ist. Dafür würden wir einiges geben. So zwei- bis dreifünfzig.

Von Christoph Oppermann

c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @tooppermann