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Göttingen Aktham Suliman über Al Jazeera
Die Region Göttingen Aktham Suliman über Al Jazeera
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13:11 26.11.2017
Aktham Suliman
Aktham Suliman Quelle: r
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Göttingen

„Al Jazeera, der Islamismus und das Schicksal der Minderheiten“ lautet sein Thema ab 19 Uhr im Victor-Gollancz-Haus, Geiststraße 7 in Göttingen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Suliman ist ein deutsch-syrischer Journalist und war von 2002 bis 2012 Deutschland-Korrespondent des Fernsehsenders Al-Jazeera. Er wurde 1970 in Damaskus geboren und studierte zu Beginn der 1990er-Jahre Publizistik, Islamwissenschaften und Politologie in Berlin. Aus Protest an zunehmend subjektiverer und tendenziöser Berichterstattung verließ er 2012 den von Katar finanzierten Fernsehsender, teilen die Veranstalter mit. Dieser hatte sich in den vorherigen Jahren durch kritische Berichterstattung über die Konflikte und Entwicklungen im Nahen Osten einen seriösen Ruf erarbeitet, auch außerhalb der Region.

„Besonders während des Arabischen Frühlings, konnte sich Al Jazeera als eine der wenigen regionalen Sender auszeichnen, welcher ausführlich über die Situation berichtete und somit die Verbreitung der Proteste begünstigte“, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Doch mit dem wachsenden Einfluss der Muslimbrüder, welche ebenfalls von Katar finanziert und unterstützt werden, sei die Berichterstattung zunehmend tendenziöser geworden, sodass Al Jazeera von vielen als Sprachrohr der Muslimbrüder wahrgenommen wurde, so die Gesellschaft für bedrohte Völker. Suliman berichtete in Folge seiner Kündigung öffentlich von „Manipulation“ und „Hofberichterstattung“, welche er selbst nicht weiter vertreten konnte und wollte. Als Ergebnis der undifferenzierten Berichterstattung von Al Jazeera sind ethnische und religiöse Minderheiten insbesondere Christen und Yeziden zu einer „beliebten“ Zielscheibe der Radikalislamisten geworden.

Von Nadine Eckermann