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Göttingen Team Opposition gewinnt Westdeutsche Debattiermeisterschaft
Die Region Göttingen Team Opposition gewinnt Westdeutsche Debattiermeisterschaft
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20:00 28.04.2019
Gewinner der Westdeutschen Debattiermeisterschaft: Vincent Heitzer, Matthias Gansen und Johannes Meiborg vom Team Opposition (v.li.). Quelle: Garben
Göttingen

„Gesetzt es findet sich eine entsprechende Mehrheit im britischen Unterhaus: Sollte das britische Parlament noch vor den Europawahlen den Rücktritt vom Brexit erklären?“ – so hat das Thema beim Finale der Westdeutschen Debattiermeisterschaft am Sonntag in der Paulinerkirche gelautet. Zwei Teams mit jeweils drei Debattierenden traten gegen einander an. Das Siegerteam qualifizierte sich für die Deutsche Debattiermeisterschaft.

Die Universität Münster würde als Gewinnerin aus der Westdeutschen Debattiermeisterschaft hervorgehen, so viel stand bereits vor Beginn des Turniers fest, denn beide Teams setzten sich aus Studierenden der Hochschule zusammen. Doch deshalb schenkten sich die Kontrahenten nichts. Jeweils drei Studenten wurden der Gruppe Regierung (pro) und der Gruppe Opposition (contra) zugeordnet, das Thema erfuhren sie erst 15 Minuten vor Beginn. Jedes Teammitglied hatte sieben Minuten, um seine Argumente vorzubringen. Zudem gab es drei sogenannte fraktionslose Redner, die sich mit ihrer Argumentation frei einem der Teams zuordnen konnten, dafür aber nur dreieinhalb Minuten Redezeit hatten.

Bestes Team und bester Einzelredner wird bestimmt

Am Ende der offenen parlamentarischen Debatte (OPD) kürte eine Chefjury, bestehend aus studentischen Juroren, die Gruppe, die am meisten überzeugte. Eine Ehrenjury, der der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Thomas Oppermann (SPD), Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und Philipp Stiel, Vorstandsmitglied der Deutschen Debattiergesellschaft, und Arne Nordmeyer, Gründungspräsident des Debattierclubs an der Georgia Augusta, angehörten, wählte den besten Einzelredner aus.

Links sitzt das Team Regierung, rechts das Team Opposition. Quelle: Garben

Felicitas Strauch, Anton Leicht und Julius Müller-Kassner vertraten die Position der Regierung und sprachen sich für einen Rücktritt vom Brexit aus. Die Entscheidung, noch vor der Europawahl auf einen Ausstieg aus der Europäischen Union zu verzichten, sei richtig, weil Europa so viel mehr sei als „dieser gottverdammten Brexit“, sagte Strauch. Das Referendum sei ein Mittel gewesen, mit dem einige Briten ihren Unmut deutlich machen wollten. Niemand habe damals antizipieren können, wie die Bedingungen eines Brexits konkret aussehen würden, ergänzte Licht. Die Opposition verhalte sich quasi nach dem Motto „Wir haben uns vor zwei Jahren mal angehört, was dieses Volk gesagt hat, und seitdem halten sie sich die Ohren zu.“ Man könne sich den Verhältnissen, die sich entwickelt hätten, nicht verschließen. Müller-Kassner vertrat die These, dass das Referendum ein Fehler gewesen sei und nur, weil man dadurch das Recht zu etwas erlangt habe, heiße das nicht, dass dies die richtige Entscheidung sei.

„Wasser auf die Mühlen der Populisten“

Die Opposition um Johannes Meiborg, Matthias Gansen und Vincent Heitzer betonte, dass Großbritannien den Brexit demokratisch beschlossen und es sich dabei nicht um eine „Friss- oder Stirb-Lösung“ gehandelt habe, wie Heitzer es formulierte. Das „Monstrum Brexit“ überschatte mittlerweile das gesamte politische Geschehen, sagte Gansen. Sollte die britische Regierung jetzt einen Rückzieher vom Brexit machen, sei das „Wasser auf die Mühlen der Populisten“, die das als Erpressung der EU darstellen würden. Und Meiborg erklärte, es handele sich bei dem Referendum um eine Wahl mündiger Bürger, deren Entscheidung zu respektieren sei. „Lasst die Leute ihren Brexit haben.“

Am Ende war es das Team Opposition, das die Chefjury überzeugte. Bester Einzelredner wurde Anton Leicht.

Teams bei der Westdeutschen Debattiermeisterschaft

Von Nora Garben

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