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Göttingen Testkaufaktion in Northeim: „Niederschmetterndes Ergebnis“
Die Region Göttingen Testkaufaktion in Northeim: „Niederschmetterndes Ergebnis“
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19:31 19.09.2013
Von Matthias Heinzel
Alkoholeinkauf: für Jugendliche im Landkreis Northeim oft kein Problem. Quelle: Pförtner
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Northeim

Zum 13. Mal hatten der Beauftragte für Jugendsachen der Polizeiinspektion Northeim/Osterode, Thomas Sindram, und Mitarbeiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung des Landkreises Northeim Alkoholtestkäufe durchführen lassen. Unterwegs waren die jugendlichen Testkäufer diesmal im Raum Nörten-Hardenberg, Moringen und Northeim. In Tankstellen, Supermärkten und Kiosken versuchten sie, Alkoholika und in einigen Fällen auch Tabakwaren zu erwerben.

In fünf Fällen wurden die Testkäufer nicht nach ihrem Ausweis gefragt. In zwei Fällen verrechnete sich das Verkaufspersonal nach Vorlage des Personalausweises bei dem Alter der Testkäufer. Hier könnten moderne Kassensysteme helfen, die bereits das datumsgenaue Verkaufsalter für branntweinhaltige Getränke anzeigen, erklärt die Kreisverwaltung. Allerdings müssten diese Systeme dann auch genutzt werden.

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Bußgeld festgesetzt

Als Hilfe für die Berechnung des Alters verteilten die Organisatoren der Testkaufaktion an die offenbar rechenschwachen Verkäufer „Altersdrehscheiben“. Damit kann auf den Tag genau das Alter eingestellt werden, an dem die Jugendlichen 16 oder 18 Jahre alt werden.

Nach jedem Testkauf wurde mit dem Verkaufspersonal gesprochen und – sofern Verstöße festgestellt wurden – auch ein Bußgeld festgesetzt. „Darüber hinaus“, erklärt Sindram, „kann es auch zu einem Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen das Verkaufspersonal kommen, wenn Kinder nach Verkauf von branntweinhaltigen Getränken beispielsweise mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden.“

In fünf Betrieben stellten die Beamten zudem fest, dass der Aushang des Jugendschutzgesetzes fehlte oder dürftig war. In diesen Fällen musste nachgebessert werden, da in den Geschäften eine Bekanntmachung der Vorschriften laut Jugendschutzgesetz vorgeschrieben ist.

„Sorry-Card“

Zusätzlich wurde Informationsmaterial zum Jugendschutzgesetz verteilt.

Dazu gehörte auch die sogenannte „Sorry-Card“: Diese Karte (mit Auszug aus dem Jugendschutzgesetz) dient dem Verkaufspersonal als Argumentationshilfe und kann bei Bedarf an uneinsichtige oder beratungsresistente Kunden ausgehändigt werden.

Positiv heben Polizei und Landkreis hervor, dass in vier Fällen eine Ausweiskontrolle stattfand. In diesen Verkaufsstellen sei das Verkaufspersonal unter anderem regelmäßig zu den Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes geschult worden.

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