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Göttingen Teure Sanierung: „Wir können es nicht bezahlen“
Die Region Göttingen Teure Sanierung: „Wir können es nicht bezahlen“
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19:00 25.08.2011
Großbaustelle am Rodebach: Der erste Bauabschnitt ist bald fertig.
Großbaustelle am Rodebach: Der erste Bauabschnitt ist bald fertig. Quelle: Hinzmann
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Denn es scheint sicher: Die Sanierung wird teuer. Der Fahrbahnunterbau ist laut geologischem Gutachten nicht tragfähig und muss ausgetauscht werden. Überdies sind Fahrbahnauf- und -unterbau kontaminiert. Das Material muss als Sondermüll entsorgt werden.

Schon vor sechs Wochen hatte sich die Fleckenverwaltung mit den Anwohnern getroffen, um ihnen die Pläne vorzustellen. „Ich glaube, man hat uns nicht richtig verstanden“, resümierte Westphal jetzt vor dem Ortsrat. „Warum soll eine Straße, die 50 Jahre lang gehalten hat, jetzt auf einmal nicht mehr gut sein“, fragte er. Angst vor Einkommenseinbußen durch die Bauarbeiten vor ihrem Reitbetrieb äußerte Ramona Westphal von der Dream Ranch.

Letztlich versuchte mancher Anlieger dennoch, den Plänen Positives abzugewinnen. Klaus Hellmann als Sprecher der Betroffenen freute sich, dass der Wunsch nach Grünstreifen statt Aufpflasterung in einer Planungsvariante Niederschlag gefunden hatte. Etwa 11 000 Euro könne man durch den Verzicht auf durchgängiges Pflaster am Straßenrand einsparen, hatte Peter Buhl vom Planungsbüro Rinne und Partner dargelegt. Umso fassungsloser waren die Anwohner dann, dass der Ortsrat dennoch die Pflasterung mit nur wenig Grün empfahl. Positiv wurde die Idee aufgenommen, dass die Kosten für den Thieplatz als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft nicht in die Anliegerbeiträge einfließen sollen. Ob dies möglich ist, wird die Verwaltung prüfen.

Wenig Gehör fanden Ortsbürgermeister Helmut Pinnecke (SPD) und Bovendens Kämmerer Thomas Brandes mit dem Argument, dass sich nur jetzt die Chance biete, im Rahmen der Dorferneuerung Förderbeiträge für die Sanierung einzustreichen. Gegen die teils sehr emotional aufgeladenen Einwürfe der Zuhörer versuchte Brandes deutlich zu machen, dass die Gemeinde den Anliegern erst dann konkrete Zahlen nennen könne, wenn die Detailplanung abgeschlossen sei.

Der Ortsrat jedenfalls sprach sich zum Abschluss für die Bauarbeiten im kommenden Jahr aus. Weil die Fördermittel voraussichtlich nur bis 2014 fließen, beantragte er, den Ausbau gleich bis zum Sudershäuser Weg zu planen, damit Lippbergstraße und Kattenborg auch im Rahmen der Dorferneuerung saniert werden können.

enz