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Göttingen Teures Wohnmobil existiert nur im Internet
Die Region Göttingen Teures Wohnmobil existiert nur im Internet
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19:59 02.08.2011
Seriöse Internetseite, unseriöser Anbieter: Zwischen den Anzeigen des renommierten Internetportals lauern Betrüger.
Seriöse Internetseite, unseriöser Anbieter: Zwischen den Anzeigen des renommierten Internetportals lauern Betrüger. Quelle: Montage: Pohl
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Diese Erfahrung hat ein Ehepaar gemacht, das sich ein neues Wohnmobilkaufen wollte. Die Moringer glaubten, ein Schnäppchen zu machen, als sie bei Camp24.com ein sonst für gut 30 000 Euro gehandeltes Wohnmobil entdeckten, das ein Drittel billiger angeboten wurde. Sie zahlten an einen Betrüger, das Auto existiert nur virtuell. Nun ermittelt die Polizei.
Der Trick des Gauners: Das Wohnmobil sollte in der Nähe von Bordeaux in Frankreich stehen, der Verkäufer sich in England aufhalten. So kam es, dass sich der Kontakt nur über Mails oder Rückrufe des Verkäufers abspielte. Der gaukelte den Interessenten vor, er habe das Auto auch schon bei Ebay eingestellt, damit er den Verkauf über ein Treuhandkonto sicher abwickeln könne. Das setzte die Interessenten so unter Druck, dass sie bereit waren, das Wohnmobil unbesehen im voraus auf ein Konto in England zu bezahlen. Das Konto wurde schnell abgeräumt, jedes Lebenszeichen des Anbieters fehlt seitdem.

Virtueller Autokauf birgt Risiken

Autokäufe und -verkäufe über das Internet und per E-Mail bergen Risiken, sagen Verbraucherschützer. Misstrauen, sagt Kathrin Körber von der Göttinger Verbraucherzentrale, sei vor allem geboten, wenn ein Angebot besonders günstig erscheine, ein direkter Kontakt zum Anbieter oder Käufer nur schwer oder gar nicht möglich sei.

Auf keinen Fall, erklärt die Verbraucherschützerin, sollte man Autogeschäfte eingehen, die über Banken im Ausland abgewickelt würden. Wenn der Autokauf aufgrund von Betrügereien platze, sei es so gut wie unmöglich, sich das Geld wiederzuholen. Gerne, sagt Körber, benutzen Betrüger den weltweiten Bargeldtransfer-Service Western Union oder Banken in Liechtenstein oder in der Schweiz. Positive Bewertungen von Verkäufern im Internet könnten getürkt sein.
Auch beim Autoverkauf ist Vorsicht geboten. Wer hier ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte

  • das Auto nur gegen Bargeld aushändigen,
  • Bargeld bei der Bank auf Echtheit überprüfen,
  • sich vom Käufer einen Personalausweis vorlegen lassen,
  • auf die Nutzung von Bargeld-Transfer-Diensten verzichten,
  • nach Möglichkeit den Wagen nur abgemeldet aus der Hand geben, oder
  • zumindest eine Vereinbarung über baldmögliche Ab- oder Ummeldung einschließlich Haftungsausschluss und Fristsetzung unterzeichnen lassen,
  • einen schriftlichen Kauf- beziehungsweise Verkaufsvertrag schließen,
  • keine Vorabüberweisungen für angebliche Abwicklungs- oder Überführungskosten tätigen,
  • sich niemals auf Treffen an ungewöhnlichen Treffpunkten wie beispielsweise Autobahnparkplätzen oder Parkhäusern einlassen. Bei Treffen einen Bekannten zum Verkaufsgespräch mitnehmen.

Von Jürgen Gückel und Matthias Heinzel