Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Thorn und Göttingen: Seit 40 Jahren verbunden
Die Region Göttingen Thorn und Göttingen: Seit 40 Jahren verbunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 27.03.2018
Stadtansicht Thorn.
Stadtansicht Thorn. Quelle: Fotolia
Anzeige
Göttingen

„Das Wesentliche ist, dass man von dem anderen Land mehr erfährt und sich damit auseinandersetzt“, sagt Katharina Lankeit, die Vorsitzende des Göttinger Partnerschaftsvereins. Die älteste Partnerschaft pflegt Göttingen mit der britischen Stadt Cheltenham. Seit 1951 organisieren die Städte regelmäßig Begegnungen wie Ferienlager, Schüleraustausche und Sport- sowie Konzertreisen.

Lankeit Quelle: Archiv GT

Die Partnerschaft mit Thorn entstand 1978, während der Teilung Polens. Zu dieser Zeit waren solche Partnerschaften zwischen Polen und Deutschland nicht üblich, so Lankeit. Sie habe sich aber zu Beginn der 1980er Jahre, während in Polen Kriegsrechts herrschte, bewährt, als Göttingen zahlreiche Hilfstransporte nach Thorn schickte. Heute sei ein „gegenseitiges Befruchten“ in den Verwaltungen der Städte und ein kultureller Austausch von Bedeutung.

Das Ziel des Göttinger Partnerschaftsvereins sei es, dass sich die Bürger aus den verschiedenen Städten und Ländern gegenseitig besuchen und austauschen. Mit Polen sei das durch die Sprachbarrieren zwar nicht einfach, aber gerade der Austausch junger Menschen über die politischen Entwicklungen in Polen sei wichtig, erklärt Lankeit.

Partnerschaft mit Pau

Auch mit der französischen Stadt Pau ging Göttingen eine Partnerschaft ein, die seit 1983 besteht. Die meisten Kontakte pflegen die Bürgerschaften der Städte. Mit Pau verbindet Göttingen der Kontakt zwischen den Feuerwehren in Weende und Pau, das Jugendlager „Jugend für den Frieden“ und Praktikanten- sowie Schüleraustausche.

1988 ist Göttingen die Partnerschaft mit der Lutherstadt Wittenberg eingegangen. Zu dieser Zeit war Deutschland noch in West- und Ostdeutschland aufgeteilt, die DDR-Führung hat Wittenberg als Partnerstadt für Göttingen bestimmt. Nachdem der Kontakt zunächst auf sportlicher, kultureller und kommunalpolitischer Ebene bestand, betrieb die Stadt Göttingen nach der Grenzöffnung vorwiegend Verwaltungshilfe. „Wittenberg ist Göttingen räumlich am nächsten, aber es gibt durch die Teilung Deutschlands trotzdem Barrieren, auch auf Bürgerebene“, sagt Lankeit. Diesen Barrieren wolle der Partnerschaftsverein besonders mit Begegnungen von jungen Menschen entgegenwirken.

Lankeit betont, dass jede Beziehung zu den Partnerstädten wichtig sei und jede Stadt für sich etwas Besonderes habe. Die Motivation des Partnerschaftsvereins sei es, „dazu anzuregen, dass sich Göttinger darüber Gedanken machen, wie das Leben in anderen Ländern ist“. Die finanziellen Mittel des Vereins setzt dieser vorwiegend für die Begegnungen von Jugendlichen ein, die einen Austausch über politische Hintergründe, Motivationen und die Förderung der verschiedenen Sprachen ermöglichen sollen. „Nur ist es immer nicht genug“, sagt die Vorsitzende über die Tätigkeiten des Vereins, die durch die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten beschränkt seien.

Veranstaltungsprogramm

Zu dem 30- und 40-jährigen Bestehen der Partnerschaften mit Wittenberg und Thorn organisiert die Stadt Göttingen ein Veranstaltungsprogramm.

Von Donnerstag, 3., bis Sonntag, 6. Mai, erwartet Göttingen eine Bürgergruppe aus Thorn. Die Gäste können an der Eröffnung der Ausstellung zu dem seit 1996 gemeinsam vergebenen Samuel-Bogumil-Linde-Preis für Literatur im Alten Rathaus Göttingen teilnehmen.

Ein Gegenbesuch nach Thorn ist für Freitag, 24., bis Montag, 27. August, geplant. Währenddessen können die Teilnehmer das „Bella Skyway Festival“ besuchen, außerdem ist eine Tagesfahrt nach Danzig vorgesehen.

Zudem sind für Freitag, 1., bis Montag, 4. Juni, die offizielle Feier zu dem 30- und 40-jährigen Bestehen, Besuche von Gästen aus den verschiedenen Partnerstädten und die Verleihung des Linde-Literaturpreises geplant. Am Freitag, 29. Juni, findet das Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters mit dem Thorner Symphonie Orchester sowie den beiden Chören der Göttinger Stadtkantorei und Kantorei St. Jacobi statt. Von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. September, ist schließlich auch eine Bürgergruppe aus Wittenberg in Göttingen zu Gast.

Städtepartnerschaften im Landkreis Göttingen

Der Landkreises Göttingen pflegt ebenfalls verschiedene Partnerschaften mit Städten und Landkreisen. Seit 1951 mit dem District Stroud (Großbritannien), seit 1959 mit Ville de Suresnes (Frankreich), seit 1973 mit London Borough of Hackney und seit 1988 mit Scarborough Borough Council (Großbritannien), seit 2000 mit Komitat Fejér (Ungarn), seit 2001 mit Ostróda (Polen) und seit 2013 mit San Juan Comalapa (Guatemala).

Im Landkreis führen zudem verschiedene Gemeinden Partnerschaften: unter anderem Duderstadt seit 1961 mit Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg), seit 1968 mit Combs-la-Ville (Frankreich) und seit 1995 mit Kartuzy (Polen). Außerdem Dransfeld seit 1991 mit Rácalmás (Ungarn), Rosdorf seit 1993 mit Zubří (Tschechien), Adelebsen seit 1999 mit Ostrówek und Wieluń (Polen), Friedland seit 2005 mit Sulęcin (Polen) und Gieboldehausen seit 2007 mit Gárdony (Ungarn). kro

Von Isa Kroeschell

Göttingen Rechtsabbiegerspur gesperrt - Baustelle sorgt für Stau am Groner Tor
23.03.2018
26.03.2018