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Göttingen „Tina“-Mitarbeiter mauern im Wald bei Mariaspring
Die Region Göttingen „Tina“-Mitarbeiter mauern im Wald bei Mariaspring
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18:39 07.07.2009
Aktive Gruppe: Ricci Kolarevic, Friedhelm Klauenberg, Thilo Hoffmann, Bernhard Bleyer und Albert Joseph (von links).
Aktive Gruppe: Ricci Kolarevic, Friedhelm Klauenberg, Thilo Hoffmann, Bernhard Bleyer und Albert Joseph (von links). Quelle: CR
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2007 wurde der Waldrand an der Quelle Mariaspring am Rauschenwasser in Eddigehausen in ehrenamtlicher Arbeit nach historischen Darstellungen umgestaltet. Die Ortsheimatpflege und der Dorfverschönerungsverein hatten sich vorgenommen, die Quelle wie vor 200 Jahren als Ausflugsziel nutzbar zu machen. Vor einigen Wochen zerstörten Unbekannte das Naturstein-Mauerwerk. Die aus den Sitznischen am Hang gebrochenen Steine landeten zum Teil in der Quelle.

Von der Notlage erfuhr aus einem Tageblatt-Bericht die Verantwortlichen des Projekts Tina, das im Zuge des Programms „Perspektive 50plus“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales darauf abzielt, die Berufschancen älterer Langzeitarbeitsloser zu verbessern. Bei Tina arbeiten Empfänger des Arbeitslosengeldes II daran, touristische Anlagen und kulturhistorische Stätten instandzusetzen. Auftraggeber sind Naturparks, Bürgerinitiativen oder Vereinen, deren finanzielle Möglichkeiten begrenzt sind.

Sechs Tina-Gruppen gibt es in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode. „Die Mitarbeiter sind mit viel Engagement bei der Sache“, berichtet Projektkoordinator Peter Niebur von der Beschäftigungsförderung. „Angeboten werden Dienstleistungen, die sonst niemand erbringt, unentgeltlich, außer den Materialkosten“, beschreibt Thilo Hoffmann, Fachanleiter in Eddigehausen, das Konzept.

In Eddigehausen begann die Reparatur der zerstörten Sitznischen am Waldrand zunächst einmal mit einem Tauchgang im Neoprenanzug: Die Mauersteine mussten aus dem acht Grad kalten Quellwasser geborgen werden. Zwei der traditionellen Sitznischen waren erst vor zwei Jahren wiederhergestellt worden. Diese zwei wollen die Projektmitarbeiter reparieren und eine dritte ergänzen. Eine zeitaufwendige Angelegenheit: Allein mit der ersten Nische waren fünf Projektmitarbeiter mehr als drei Wochen lang beschäftigt. „Es standen viele vorbereitende Arbeiten an. Unter anderem mussten Wurzelstöcke entfernt werden“, schildert Hoffmann den Start der Arbeiten. Unterstützt habe dies für den Dorfverschönerungsverein der Forstunternehmer Christian Klinge, berichtet Rolf Zundel, einer derInitiatoren der Quellenumgestaltung. Über den sachkundigen Einsatz der Tina-Mitarbeiter freut sich der Eddigehäuser: „Wir bekommen eine Nische mehr, und dann werden sie noch stabiler gemauert als vorher.“

Von Katharina Klocke