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Göttingen Tipps für den Urlaub mit dem Haustier
Die Region Göttingen Tipps für den Urlaub mit dem Haustier
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13:00 23.07.2019
Wenn alle Voraussetzungen stimmen, ist das Reisen mit Haustieren komplikationslos. Quelle: dpa
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Göttingen

Es gibt einige Einreisebestimmungen mit Hund, die – egal in welches europäische Land die Reise geht – beachtet werden müssen:

Achtung: Durchreise!

Immer müssen für einen Urlaub in einem Land nicht nur die Einreisebestimmiungen des Ziellandes, sondern darüber hinaus auch die Bestimmungen der Durchreise-Länder beachtet werden. Egal, über welchen Weg Hunde oder andere Tiere eingeführt werden. Ob mit dem Auto, der Bahn, dem Flugzeug oder dem Schiff.

Auch das Tier braucht im Ausland seinen Pass

Der EU-Heimtierausweis ist ein Dokument nach einheitlichem Muster, mit dem ein Tierhalter bei Grenzübertritten innerhalb der EU seit 2004 den Nachweis führen muss, dass ein als Heimtier gehaltener und über die Grenze mitgebrachter Hund, eine Katze oder ein Frettchen über die dafür erforderlichen Gesundheitsmaßnahmen verfügt. Der Ausweis wird von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt. Der EU-Heimtierausweis muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, dazu muss das Tier mittels Mikrochip oder durch eine vor dem 3. Juli 2011 angebrachte Tätowierung identifizierbar und die Kennzeichnungsnummer im Ausweis eingetragen sein.

Auf dem Einband sowie auf jeder datentragenden Seite des EU-Heimtierausweises muss die individuelle Ausweiskennnummer stehen. Diese Nummer setzt sich zusammen aus dem Code des Mitgliedstaates – zum Beispiel DE für Deutschland – einer Unternehmenschiffre (beispielsweise 02) sowie der fortlaufenden Nummer. Die gedruckten Innenteile des Ausweises müssen in der Amtssprache des Ausstellerlandes und in englischer Sprache vorhanden sein.

Für den Heimtierausweis werden die Kosten, wie auch für andere tierärztliche Maßnahmen, nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) berechnet.

Tätowierung statt Mikrochip?

Bis 2011 galt als Markierung statt dem Chip auch eine gut lesbare Tätowierung. Das bedeutet, dass Hunde, die vor dem 3. Juli 2011 entsprechend tätowiert wurden, keinen Chip benötigten, um mitgeführt werden zu dürfen. Die Nummer muss im EU-Heimtierausweis (auch Heimtierpass oder Pet Pass genannt) angegeben sein. Ab 2012 geborene Hunde brauchen einen Chip, um mitgenommen werden zu dürfen.

Maximal Fünf Tiere

Alle Bestimmungen gelten für Hunde, Katzen und Frettchen, die mehr als drei Monate alt sind, und für den privaten Reiseverkehr mit maximal fünf Tieren.

Welpen

Welpen dürfen nach EU-Verordnung erst ab einem Alter von zwölf Wochen gegen Tollwut geimpft werden. 21 Tage werden hinzugerechnet, weil das der offizielle Zeitraum ist, der notwendig ist, bis sich der Impfschutz genügend ausbildet und die Impfung als gültig bezeichnet werden kann.

In einigen wenigen Ländern (wie zum Beispiel Österreich) gibt es eine Ausnahme von dieser Regel. Welpen unter zwölf Wochen beziehungsweise Welpen zwischen zwölf und 16 Wochen (die eine Tollwutimpfung erhalten haben, aber noch nicht die vorgeschriebenen 21 Tage zum Erreichen des Impfschutzes erfüllen), dürfen dann trotzdem reisen, wenn zusätzlich zum Heimtierausweis und zum Microchip die Erklärung eines von der Behörde zugelassenen Tierarztes vorliegt, in der bestätigt wird, dass das Jungtier vorher nur an seinem Geburtsort gehalten wurde (Tollwutunbedenklichkeitsbestätigung). Ebenso wenn das Tier von seiner Mutter, von der es noch abhängig ist, begleitet wird (und diese alle Anforderungen zur Einreise erfüllt).

Mit dem Hund auf Reisen? Mit der richtigen Vorbereitung ist das kein Problem. Quelle: Sit

Folgende Länder gestatten nur mehr die Einreise von Welpen mit einer gültigen Tollwutimpfung: Belgien, Niederlande, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Kroatien, Großbritannien, Irland, Italien, Schweden, Zypern, Spanien, Griechenland, Ungarn, Lettland, Malta, Polen, Portugal und Norwegen.

Tollwut – nicht jedes Jahr impfen

Früher musste ein Hund jedes Jahr gegen Tollwut geimpft werden. Heute ist anerkannt, dass ein Impfstoff, je nach Hersteller, drei bis vier Jahre Wirksamkeit hat. Das gilt auch für Reisen mit Hund. Innerhalb der EU werden die Mehrjahrestollwutimpfungen anerkannt. Für Nicht-EU-Länder gibt es oft zusätzliche Vorschriften, die in einer Länderliste zu finden sind.

Bluttest Tollwut – nur einmal

Sollte ein Bluttest (Tollwut) gefordert sein (etwa für die Rückreise in die EU, zum Beispiel aus der Türkei) gilt: Der Bluttest (wenn eine Immunisierung des Tieres gegen Tollwut nachgewiesen wurde) braucht nur einmal im Leben des Hundes durchgeführt zu werden, vorausgesetzt es erhält immer rechtzeitig die Auffrischungsimpfungen.

Keinesfalls vergessen

Maulkorb und Leine sollten im Urlaub am besten immer mitgeführt werden, beispielsweise, wenn mit dem Tier öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden.

Einfuhrbestimmungen für bestimmte Hunderassen

Frankreich beispielsweise unterscheidet bei seinen Vorschriften, was die Einreise „gefährlicher“ Hunderassen betrifft, in zwei Kategorien. Bei der Einfuhr von Hunden, die diesen Kategorien ähneln, ist Vorsicht angebracht. Im Zweifelsfall unbedingt eine Bescheinigung (detailliert und verständlich für die jeweiligen Behörden) eines Tierarztes dabei haben, die bestätigt, dass der Hund nicht einer dieser Kategorien angehört. Ohne diese Bescheinigung oder im Fall einer nicht wahrheitsgemäßen Bescheinigung muss mit strafrechtlichen Sanktionen gerechnet werden - dies kann unter Umständen sogar zur Beschlagnahmung des Hundes führen.

Für alles gerüstet: Vor dem Urlaub Reiseapotheke prüfen – auch für den Hund. Quelle: Shutterstock/Bildagentur Zoonar/BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie/obs

Das gehört in eine Reiseapotheke für Hunde

Auf unbekanntem Terrain können sich Hunde leichter verletzen oder krank werden. Passiert das, kann der Besitzer dem Tier in vielen Fällen selbst helfen oder zumindest erste wichtige Schritte einleiten. Deshalb ist es sinnvoll, eine spezielle Reiseapotheke dabei zu haben. Außerdem können interessierte Tierhalter vorab Erste-Hilfe-Kurse besuchen, die von Organisationen und Tierärzten angeboten werden.

– Augenspül-Lösung (zum Spülen von Augen und Wunden)

– Desinfektionsmittel für Wunden

– Wund- und Heilsalbe

– Verbandszeug (Tupfer, Polstermaterial, Watte, Elastikbinde, Klebeband)

– Einmal-Handschuhe

– Verbandsschere

– Fieberthermometer (die Normaltemperatur liegt beim Hund bei 38-39°C)

– Pinzette und Zeckenhaken

– Holzspatel

– Wattestäbchen

– Maulkorb

– Taschenlampe

– pflanzliches oder homöopathisches Durchfallmittel

– spezielles Schmerzmittel (verschreibungspflichtig, nach Rücksprache mit dem Haustierarzt)

– Calcium-Trinkampullen (Allergien, Insektenstiche)

– Einwegspritzen zur Medikamenteneingabe

– Zeckenschutz

– Ohrreiniger (falls der Hund zu Ohrenproblemen neigt)

– eventuell Reisetabletten oder Beruhigungstabletten (nach Rücksprache mit dem Haustierarzt)

Urlaubsservice für Haustiere

Was tun, wenn das Haustier nicht mitkommen kann? Für diese Fälle bieten Tierheime einen Urlaubsservice an. Mehr zum Angebot in der Region lesen Sie hier.

Von Kathrin Lienig