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Göttingen Tödlicher Messerstich in Göttingen: Staatsanwalt beantragt fünf Jahre Haft
Die Region Göttingen Tödlicher Messerstich in Göttingen: Staatsanwalt beantragt fünf Jahre Haft
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20:54 28.05.2013
Von Jürgen Gückel
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Göttingen

Sie sieht einen minderschweren Fall als gegeben an und hält, so wie ein psychiatrischer Sachverständiger, den Angeklagten für vermindert schuldfähig.

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Schwurgericht erläuterte ein Rechtsmediziner die Todesursache. Prof. Wolfgang Grellner hatte an der Leiche, die nach der Tat elf Tage lang in der Wohnung des Täters gelegen hatte, einen einzigen Stich als todesursächlich vorgefunden.

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Mindestens 2,38 Promille

Dieser sei direkt ins Herz gegangen, habe eine Rippe durchdrungen, das Herz durchstochen und die Lunge getroffen, so dass beide Lungenflügel kolabierten. Der Stich müsse mit Wucht geführt worden sein.

Grellner errechnete zudem aus den Angaben zum Trinkverhalten, dass der Angeklagte bei der Tat mindestens 2,38, eher aber 3,38 Promille im Blut hatte. Dazu habe er Medikamente genommen, von denen er seit vielen Jahren abhängig ist.

Das Leben des Angeklagten, so der Psychiater, habe sich einzig um die Beschaffung von Alkohol und Medikamenten gedreht. Alle anderen Lebensbereiche seien vernachlässigt worden.

Aus der Situation heraus

Es sei „ein Mensch gestorben aus völlig banalem Anlass“, sagte der Staatsanwalt. Er beantragte fünf Jahre Haft. Eine Unterbringung in der Entziehungsanstalt komme, obwohl er doppelt abhängig sei, nicht in Betracht.

Die Gefahrenprognose ergebe, dass die Tat aus der Situation heraus geschah, nicht als Folge des Hanges zum Suchtmittel.