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Göttingen Tonabbau in Hottenrode: Ortsdurchfahrt droht erneuter Schaden
Die Region Göttingen Tonabbau in Hottenrode: Ortsdurchfahrt droht erneuter Schaden
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18:44 21.05.2013
Von Jürgen Gückel
Sorge um teure neue Ortsdurchfahrt: 9000 Kubikmeter Ton aus Hottenrode sollen demnächst durchs Dorf gefahren werden.
Sorge um teure neue Ortsdurchfahrt: 9000 Kubikmeter Ton aus Hottenrode sollen demnächst durchs Dorf gefahren werden. Quelle: Hinzmann
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Niedergandern

 Weil die Schwerlasttransporte durch Niedergandern gehen sollen und die Einwohner sich dort schon einmal durch Schwerlastverkehr und seine Folgen geschädigt sehen, haben sie eine Bürgerinitiative gegen die Ton-Transporte gegründet.

Sie fürchten, dass die überwiegend auf Gemeindekosten sanierte Ortsdurchfahrt erneut kaputt gefahren wird.

Die Wut ist erklärlich, wenn man die Historie dieses Straßenausbaus kennt. Vor dem Bau der Autobahn 38 hatten die Niederganderner ihre Sorge um die damals schon marode Ortsdurchfahrt geäußert und waren von den Autobahn-Planern beruhigt worden.

Die Schäden des Schwerlastverkehrs würden vom Bund behoben.

Engagement der Gemeinde

Dann rollten die Lastwagen, die Landesstraße wurde schwer beschädigt und musste saniert werden. Das Land war aber nur bereit, 150 000 Euro für eine neue Straßendecke zu zahlen. Den Unterbau wollte das Landesamt für Straßenbau nicht anrühren.

Erst das Engagement der Gemeinde machte eine Vollsanierung einschließlich Kanalbau für rund eine Million Euro möglich, wovon die Hälfte die Wasserkunden über den Wasserverband Leine Süd zahlen.

Weitere 350 000 Euro musste die Gemeinde beisteuern. Das Land gab die angekündigten 150 000 Euro.

Weil auch Bürgersteige gebaut wurden, werden die Eigentümer noch zu Anliegerbeiträgen herangezogen.

Beweissicherungsverfahren betreiben

In dieser Situation will der Kreis den Schwerlastverkehr in der Ortsdurchfahrt für vier Monate verdoppeln, um den Ton aus Hottenrode abzufahren. Bis zu zwölf Lastwagen je Stunde.

Formal, so Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), gebe es keine Handhabe dagegen. Die Gemeinde werde aber ein Beweissicherungsverfahren betreiben, um etwaige Schäden hinterher geltend zu machen.

Per Unterschriftensammlung wollen fast alle Bewohner jetzt wissen, warum der Landkreis nicht Ton aus den nahe gelegenen Gruben Teistungen oder Ferna einkauft, statt ihn durch den halben Landkreis zu fahren. Diesem Plan hat die Initiative jedenfalls massiv widersprochen.