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Göttingen Traumjobs der Erstklässer: Floristin, Fußballer und FBI-Agent
Die Region Göttingen Traumjobs der Erstklässer: Floristin, Fußballer und FBI-Agent
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19:42 19.08.2011
Von Britta Eichner-Ramm
FBI-Agent: Marco (2. v. r.) und sein Bruder Felix, hier mit ihren Eltern Thomas und Klaudia Härtel, haben die selben Berufswünsche.
FBI-Agent: Marco (2. v. r.) und sein Bruder Felix, hier mit ihren Eltern Thomas und Klaudia Härtel, haben die selben Berufswünsche. Quelle: CH
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Grone / Güntersen / Bovenden

Emma aus Güntersen freut sich auf die Schule. Die Sechsjährige hofft, in der Heinrich-Christian-Burckhardt-Schule in Adelebsen neue Freunde zu finden, sagt sie etwas schüchtern. Während ihre zehnjährige Schwester Lea „keine Ahnung“ hat, was sie einmal werden will, hat Emma schon ganz konkrete Vorstellungen: Floristin sei ihr Traumjob, „weil ich so kreativ bin“, begründet sie. Mutter Jutta Wieneke erklärt, warum sich ihre Jüngste so sicher ist. Sie selbst sei Floristin und mit ihrem Beruf sehr zufrieden. Sie sei in der elterlichen Gärtnerei groß geworden, und im Gegensatz zu den vier Geschwistern „war ich diejenige, die das handwerkliche Geschick hatte“. Die Eltern seien froh gewesen, dass Tochter Jutta den Betrieb übernehmen würde und von ihrem einstigen Traumjob abgerückt war. „Ich wollte unbedingt Augenoptikerin werden“, sagt Jutta Wieneke. „Brillen fand ich immer klasse. Ich war immer neidisch, dass meine Schwestern Brille trugen aber ich so gute Augen hatte.“ Emmas Vater Jörg wollte, so lässt er ausrichten, „wie alle Jungs“ Feuerwehrmann werden. Doch auch er übernahm den Betrieb vom Vater – eine Tischlerei.

Überhaupt scheint der Berufswunsch Feuerwehrmann bei den heutigen Jungen out zu sein. Für Marco aus Grone zum Beispiel gibt es nur ein Berufsziel: Der Sechsjährige möchte später einmal als FBI-Agent „Diebe schnappen“. Vater Thomas Härtel weiß, warum sich seine Söhne – auch der achtjährige Felix nennt den selben Traumjob wie Marco – so sicher sind: „Die haben sich im Kino den Film ,Cars 2‘ angesehen.“ Der Erstklässler Marco freut sich auf die Astrid-Lindgren-Schule. „Da kann ich lernen, was zehn mal zehn ist“, sagt er. Mutter Klaudia verrät, dass sie früher eher ein schüchternes Mädchen war. „Ich wollte irgendwo einen ruhigen Bürojob, wo ich nicht viel mit Menschen zu tun habe“, sagt sie. Doch statt „in einem stillen Kämmerlein“ arbeitet sie heute als pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke „mit ganz viel Kundenverkehr“. Heute findet sie das okay so. „Als ich in Marcos Alter war“, sagt Thomas Härtel, „wollte ich Baggerfahrer werden“. Sein Vater habe im Hoch- und Tiefbau gearbeitet und ihn gelegentlich mit zu Baustellen genommen. Und als ein Kollege des Vaters ihn mit auf den Bagger genommen habe, habe sein Wunschberuf festgestanden. Allerdings habe sich sein Interesse im Laufe der Jahre verändert. Zunächst machte er eine Lehre zum Verkäufer – „nur damit ich eine Ausbildung habe“. Sein Ziel sei aber gewesen, zur Bundeswehr zu gehen. Acht Jahre später habe er als Kraftfahrer in jener Apotheke begonnen, in der er seine Frau Klaudia kennengelernt habe.

Jano aus Bovenden weiß genau, was in der Schule auf ihn zukommt und er freut sich schon darauf, denn „da kann man auch Hausaufgaben machen, rechnen und spielen“, begründet er. Außerdem will er lesen und schreiben lernen. Auch hat der Sechsjährige konkrete Vorstellungen davon, was er einmal werden möchte: „Fußballer bei Bayern München“ – sagt der Filius und Papa Sven Wagner verdreht die Augen. Als dann auch noch Janos achtjähriger Bruder Finn kundtut, dass das auch sein Traumjob wäre, versucht er die Söhne wenigstens vom FSV Mainz 05 als potenziellen Arbeitgeber zu überzeugen. Jano indes übt schon einmal für die künftige Profikarriere – als Stürmer in der F-Jugend beim SV Grone. Die zehnjährige Nele, Schwester von Jano und Finn, möchte gerne Kinderärztin werden, sagt sie. Begründen kann sie die Wahl ihres Traumjobs nicht. Vielleicht weil ihr Großvater väterlicherseits Arzt war. Immerhin färbte das auch auf die Geschwister von Sven Wagner ab, der zwar als Kind ebenfalls Mediziner werden wollte, später aber zum promovierten Biologen wurde. Heute arbeite er bei Sartorius im Marketing. Janos Mutter Anja Ahrenhold überlegt kurz. „Anfangs wollte ich gar nichts machen. Da war ich so verspielt und hatte noch keine konkreten Vorstellung“, sagt Janos Mutter. Später wollte sie dann Grundschullehrerin werden, doch als ihre Mutter dies gut fand, habe sie ihre Pläne geändert. „In der Pubertät hatte ich eine Phase, wo ich nicht so toll fand, was meine Eltern wollten“, erklärt sie. Und so habe sie nach dem Abi eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht. Diese Berufswahl habe sie bis heute nicht bereut.