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Göttingen Feueralarm: Kommunen setzen nach wie vor auf Sirenen
Die Region Göttingen Feueralarm: Kommunen setzen nach wie vor auf Sirenen
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16:09 11.09.2019
Sirenen auf Hausdächern haben noch nicht ausgedient. Quelle: Hinzmann
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Landkreis Göttingen

Zu welchen Zeitpunkten üblicherweise, also unabhängig von landesweiten Warntagen, welche Alarme aktiviert werden und Sirenenheulen zu hören ist, wird in den Kommunen entschieden. Der Landkreis Göttingen betreibt ein digitales Funk- und Alarmsystem, das durch die gemeinsame Kommunale Regionalleitstelle (KRL) von Stadt und Landkreis Göttingen ausgelöst werde, teilte Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises Göttingen, mit. Das Signal erreiche digitale Meldeempfänger der Feuerwehren und Hilfsdienste. „Ein Probealarm für die digitalen Meldeempfänger erfolgt an jedem ersten Sonnabend im Monat um 12 Uhr landkreisweit“, so Lottmann. Er werde über die KRL ausgelöst.

Einen regelmäßigen Probealarm über die Warn-App „KATWARN“ gebe es nicht, betont Lottmann. „Das System ist für Sondermeldungen oder Hinweise des Deutschen Wetterdienstes häufig in Verwendung, so wird automatisch die Funktionsfähigkeit immer wieder festgestellt.“

„Im Zuge“ des Probealarms für digitale Meldeempfänger, so Lottmann, werde „in einzelnen Gemeinden die Alarmierung per Sirene ausgelöst“.

Die „Einsatzbereitschaft“ von Sirenen in den Gemeinden

Radolfshausen

In den elf Radolfshäuser Ortsteilen sind 15 Sirenen installiert und einsatzbereit, teilte Hendrik Seebode von der Gemeinde Radolfhausen mit. Je nach Ortsgröße seien damit ein bis zwei Sirenen vor Ort. Seebode: „Es handelt sich bei der bei uns im Betrieb befindlichen Sirenentechnik komplett um ältere Anlagen, die aber ihren Dienst noch tadellos versehen und regelmäßig gewartet werden.“ Eine Demontage der Sirenen sei mittel- und langfristig nicht geplant.

Bovenden

16 Sirenenanlagen sind nach Angaben von Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) in Bovenden einsatzbereit. Demnach seien in den meisten Ortschaften mindestens zwei Sirenen angebracht, lediglich in kleineren Ortsteilen nur eine. „In den letzten Jahren wurde eine Sirene auf Wunsch des Eigentümers zurückgebaut, ein flächendeckender Abbau ist nicht vorgesehen“, sagt Brandes. Dennoch wurden in den vergangenen Jahren auch keine neuen Sirenen angeschafft.

Hann. Münden

„Betriebsbereite Sirenen gibt es in den zehn Ortsteilen der Stadt Hann. Münden“, sagt Volker Ludwig, Städtischer Rechtsdirektor der Stadt Hann. Münden. Normalerweise gebe es pro Ortsteil eine Sirene, in einem Ortsteil seien zwei angebracht. Ludwig: „Im Rahmen der Übernahme der Sirenen vom Bund wurden die Sirenen in der Kernstadt von Hann Münden abgebaut.“ Dies sei vor dem Hintergrund geschehen, dass die Alarmierung der Feuerwehr-Einsatzkräfte in der Kernstadt durch Meldeempfänger sichergestellt sei. Die vorhandenen Sirenen mussten durch die Umstellung auf Digitalfunk modernisiert werden und mit digitalen Steuerempfängern ausgestattet werden, teilt Ludwig mit.

Hattorf am Harz

Noch acht Sirenenanlagen sind in der Samtgemeinde Hattorf verblieben, bestätigt Friedrich Metje, Daseinsfürsorge und Infrastruktur Samtgemeinde Hattorf am Harz. „Eine Sirenenanlage, die auf einem Privatgrundstück installiert war, wurde auf Wunsch des Gebäudeeigentümers zwischenzeitlich abgebaut“, sagt Metje. Sämtliche Sirenen seien nicht mehr im Betrieb, da sie für Alarmierungen zu Brandeinsätzen oder Hilfeleistungen nicht mehr erforderlich wären. Allerdings sei ein flächendeckender Abbau zurzeit nicht geplant. Doch: „Die bereits 50 bis 60 Jahre alten Sirenenanlagen wurden für die Alarmierungen der Feuerwehr entbehrlich.“

Friedland

„In den 13 Friedländer Ortschaften gibt es jeweils eine, in einer Ortschaft zwei Sirenen“, sagt Uwe Turinsky von der Gemeinde Friedland. Eine Sirene sei vor etwa zehn Jahren für ungefähr 5000 Euro erneuert worden. Alle anderen wären mindestens 40 Jahre alt. Turinsky: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, Sirenen zu erneuern.“

Staufenberg

In jedem Staufenberger Ortsteil gibt es mindestens eine funktionierende Sirene – und das soll auch so bleiben, teilt Simon Müller von der Gemeinde Staufenberg mit. Müller: „Lediglich die Sirenen vom Bund zum Katastrophenschutz wurden demontiert, da sie abgängig waren und auch nicht mehr benötigt werden.“ Neue Sirenen seien derzeit nicht erforderlich.

Walkenried

Acht Sirenen sind zurzeit in der Gemeinde Walkenried einsatzbereit. Davon befinden sich drei in Walkenried, drei in Wieda und zwei in Zorge. „Es wurden die alten Katastrophenschutz-Sirenen genutzt“, sagt Thorsten Riechel von der Gemeinde Walkenried. Eine Neuanschaffung sei demnach momentan nicht geplant. Riechel: „Die Umrüstung der Sirenen auf digitale Alarmierung hat zirka 1000 Euro pro Stück gekostet.“

Bad Lauterberg am Harz

Im Stadtgebiet von Bad Lauterberg sind nach Angaben von Maik-Uwe Schröder vom Fachbereich Bauen, Ordnung und Soziales der Stadt Bad Lauterberg am Harz derzeit neun Sirenenanlagen einsatzbereit. Davon befinden sich vier in der Kernstadt, zwei in Barbis und Bartolfelde und eine in Osterhagen, sagt Schröder. Ein Abbau der Sirenen sei nicht geplant. Schröder: „Eine Entscheidung über eine Umrüstung auf digitale Alarmierungstechnik ist noch nicht getroffen.“

Herzberg am Harz

„Im Gebiet der Stadt Herzberg am Harz wurden die Sirenen abgebaut“, sagt Beate Carl von der Stadt Herzberg am Harz. Grund dafür sei die Einführung des Digitalfunks.

Gieboldehausen

„Alle Orte der Samtgemeinde Gieboldehausen verfügen über Sirenen. Aktuell werden Reparaturaufträge erteilt, um defekte Geräte instand zu setzen“, sagt Ansgar Papke von der Samtgemeinde Gieboldehausen. Papke weiter: „In einzelnen Teilbereichen wurde in den vergangenen Jahren hier und da eine Sirene neu installiert.“ Zudem seien bei der technischen Umstellung von analog auf digital alle Standorte umgerüstet worden.

Gleichen

In der Gemeinde Gleichen ist nach Angaben von Heiko Böhlken von der Gemeinde Gleichen, in allen Ortschaften noch eine Sirene installiert und wird nach wie vor einsatzbereit betrieben. In größeren Ortschaften seien zur besseren Schallabdeckung zwei Sirenen installiert. „Im Zuge des Rückbaus der Warmämter Anfang der 90er Jahre wurde ein Teil der Sirenen abgebaut“, sagt Böhlken.

Duderstadt

„Es gibt in Duderstadt rund 14 Sirenen“, sagt Sabine Holste-Hoffmann vom Ordnungsamt Duderstadt. Ende 2010 wurde die digitale Alarmierung eingeführt, weshalb die Sirenen überflüssig wurden, teilt Holste-Hoffmann mit. „Die Feuerwehr hat sich damals für die Umrüstung auf Melder ausgesprochen.“ Zurzeit werde zudem eine App ausprobiert, um Einsatzinformationen zu teilen. Es gebe zwar noch Sirenen, die manuell gesteuert werden können, neue sollen jedoch nicht angeschafft werden, Lediglich im Katastrophenfall könnten die vorhanden Sirenen läuten.

Adelebsen

Elf Sirenen gibt es in Adelebsen, teilt die Leiterin des Ordnungsamtes in Adelebsen Michaele Henrici mit. Es sollen keine abgebaut werden, dafür gebe es aber Anregungen für neue. „Bezüglich der Anschaffung neuer Sirenen ist noch alles offen“, sagt Henrici. Dabei müssten laut der Leiterin des Ordnungsamtes auch die damit verbundenen Kosten betrachtet werden.

Bad Grund am Harz

Die Gemeinde Bad Grund habe nach Angaben von Fred Langner von der Gemeinde Bad Grund am Harz, alle aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr schon vor mehreren Jahren mit digitalen Meldeempfängern ausgestattet. Langner: „Eine Sirenenalarmierung der hiesigen Feuerwehr mittels Sirenen ist deshalb seither entbehrlich geworden und die Sirenen sind alle außer Betrieb genommen.“

Osterode am Harz

Es sind noch 31 Sirenen in der Osterode verbaut, teilt Karl-Heinz Löwe von der Stadt Osterode am Harz mit. „Der Sirenenalarm wurde mit Einstellung des analogen BOS-Funks zum 15. Oktober 2017 eingestellt. Es ist keine Ansteuerung der Sirenen mehr möglich“, sagt Löwe. Die Alarmierung der Feuerwehrkameraden erfolge nun flächendeckend über die digitalen Meldeempfänger. Löwe: „Drei Sirenen können mit einem Handschalter noch manuell ausgelöst werden.“ Dies geschehe aber nur in Notsituationen.

Entsprechende Informationen aus Bad Sachsa am Harz, Rosdorf und Dransfeld hatten die Verwaltungen bis zum Mittwochmittag, 11. September, nicht gemeldet.

Von Pascal Wienecke

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