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Göttingen UDL kämpft mit Finanzen und erhöht Gebühren
Die Region Göttingen UDL kämpft mit Finanzen und erhöht Gebühren
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20:48 24.11.2010
Von Michael Brakemeier
Voller Hörsaal: Die Universität des Dritten Lebensalters bietet Veranstaltungen für Leute ab 50 Jahren.
Voller Hörsaal: Die Universität des Dritten Lebensalters bietet Veranstaltungen für Leute ab 50 Jahren. Quelle: Heller
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Schuld am Geldmangel ist der Erfolg der UDL, erläutern die beiden Vorstände Klaus Düwel und Eckhardt Stolzenberg. Weil die Nachfrage nach vielen UDL-Seminaren so stark sei, habe man sie ab einer gewissen Teilnehmerzahl geteilt. Auch um für die Hörer eine gewisse Qualität zu wahren. Das bedeute gleichzeitig aber auch eine Verdopplung der Honorarkosten. „Ein Seminar mit bis zu 200 Teilnehmer mussten wir sogar in fünf Gruppen aufteilen“, sagt Düwel. Das Grundhonorar für die Dozenten liegt bei 48 Euro für 90 Minuten. Pro Semester mit zwölf Semester zahlt die UDL 672 Euro.

Da reißt eine Vervielfachung der Dozentenhonorare Löcher in den ohnehin knappen Etat, zudem man mit diesen Teilungen nicht kalkuliert habe. Eine Alternative zur Gebührenerhöhung oder zur Teilung von Seminaren sei eine Begrenzung der Teilnehmerzahl, sagt Stolzenberg. Weil man aber niemand „vergraulen“ wollte, hält der Vorstand die Erhöhung für die bessere Wahl. „Die Attraktivität des Angebots wollen wir nicht kürzen“, sagt Düwel. Denn weniger Attraktivität gleich weniger Zuhörer lautet die UDL-Gleichung.

Ein weiteres Problem, gerade in diesem Semester, so Düwel, seien die vielen „Fremdhörer“ in einigen Vorlesungen, die weder als regulär eingeschriebene Studenten Semesterbeiträge an die Uni zahlen noch Beiträge an die UDL. „Wir können das nicht noch zusätzlich kontrollieren“, sagt Düwel.
Von den derzeit 95 Euro Gebühren pro Teilnehmer zahlt der Verein 65 Euro an die Uni für Raummieten und Nutzungen der regulären Vorlesungen. 30 Euro bleiben für eigene Dozenten und Unkosten. Der UDL-Vorstand arbeitet ehrenamtlich.

Im laufenden Wintersemester haben sich rund 800 Hörer an der UDL eingeschrieben. Im Wintersemester 2009/2010 waren es noch rund 760. Angefangen hatte die UDL vor zehn Jahren mit 262 Studenten im Sommer 2000 beziehungsweise 375 im Winter. In den Sommersemestern kommen stets die „Einbrüche“ bei den Studentenzahlen. „Selten haben wir unsere Traummarke von 500 Hörern erreicht“, sagt Düwel.

Veranstaltungen der UDL können ab einem Alter von 50 Jahren besucht werden. Doch im Sommersemester 2010 lag die Quote der unter 55-Jährigen bei nur 1,9 Prozent. Der Großteil der UDL-Studenten lag bei den 65- bis 70-Jährigen (35,7 Prozent) gefolgt von den 70- bis 75-Jährigen (28,9 Prozent). Immerhin noch 5,6 Prozent der Seniorenstudenten waren im Sommer 80 Jahre oder älter. Wie in den Semestern zuvor lag der Frauenanteil bei rund zwei Dritteln.

Die Hälfte der Hörer kommt bei der UDL aus dem Göttinger Stadtgebiet (50,2 Prozent), gefolgt von den Landkreisen Göttingen (21,5 Prozent) und Northeim (15,8 Prozent). Vertreten waren im Sommersemester 2010 aber auch Hörer aus den angrenzenden Landkreisen Osterode, Holzminden, Kassel, Werra-Meißner und Eichsfeld. Vereinzelt gab es Teilnehmer die aus Beverungen, Goslar oder Hildesheim stammen.