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Göttingen US-Jurist Buergenthal mit Edith-Stein-Preis geehrt
Die Region Göttingen US-Jurist Buergenthal mit Edith-Stein-Preis geehrt
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18:00 17.11.2019
Der KZ-Überlebende und Kämpfer für die Menschenrechte Thomas Buergenthal wird ausgezeichnet. Quelle: R
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Göttingen

Da Buergenthal aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst nach Göttingen kommen konnte, nahm sein Sohn Robert den Preis bei einem Festakt im Rathaus stellvertretend für ihn entgegen.

Buergenthal wurde für seinen unermüdlichen und engagierten Kampf um die Würde des Menschen geehrt. „In seiner Arbeit als Professor, als Mitglied einer Wahrheitskommission und als Richter sowie als Autor standen und stehen die Menschenrechte im Zentrum“, heißt es in der Begründung der Jury.

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Ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert

Thomas Buergenthal wurde als Kind 1944 mit seinen Eltern aus der Slowakei ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort von ihnen getrennt. Sein Vater starb 1945 im KZ Flossenbürg bei Regensburg. Mit seiner Mutter, die er 1946 in deren Geburtsstadt Göttingen wiederfand, wanderte Buergenthal 1951 in die USA aus. Nach seinem Jura-Studium wirkte er an verschiedenen Universitäten als Professor und wurde Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Seit 1995 ehrt der in Göttingen ansässige Edith-Stein-Kreis alle zwei Jahre Persönlichkeiten, Gruppierungen und Institutionen, die sich durch soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet haben. Zu den bisherigen Preisträger gehören der frühere Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle und die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU).

Vom Judentum zum Katholizismus

Die Auszeichnung erinnert an die Frauenrechtlerin und katholische Ordensfrau Edith Stein (1891-1942). Sie lebte von 1913 bis 1915 in Göttingen und konvertierte vom Judentum zum Katholizismus. 1942 wurde sie in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet. Papst Johannes Paul II. sprach Edith Stein 1987 heilig.

Von epd