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Göttingen Umbau der alten Baptistenkirche in Göttingen schreitet voran
Die Region Göttingen Umbau der alten Baptistenkirche in Göttingen schreitet voran
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00:25 25.02.2019
Der Zwiebelturm der ehemaligen Baptistenkirche wird restauriert.
Der Zwiebelturm der ehemaligen Baptistenkirche wird restauriert. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Das Kino in der ehemaligen Baptistenkirche an der Bürgerstraße nimmt Gestalt an: Die Anbauten für den Seiteneingang und für die Studentenwohnungen stehen bereits. Jetzt wird der Zwiebelturm restauriert.

Vier Firmen arbeiten derzeit an dem Gebäude. Der Anbau für den neuen Seiteneingang zum Kino und dem dazugehörigen Bistro ist bereits errichtet. „Das wird ein Foyer in Holzrahmenbauweise“, sagt Gerhard Rocznik, der Investor und Bauleiter. Der Renshäuser ist seit 35 Jahren im Baugeschäft tätig. Alles sei barrierefrei geplant, und es sollen Klimaanlagen eingebaut werden.

Das Kino in der ehemaligen Baptistenkirche an der Bürgerstraße nimmt Form an. Jetzt wird der Zwiebelturm restauriert. Dies sind die Eindrücke.

Kinosaal für bis zu 120 Besucher

Seit Baubeginn sind Wände hochgezogen und teilweise neue Decken eingesetzt worden. „Der Kinobereich ist schon mal ein bisschen aufgeräumt. Er wird im Grunde so belassen“, sagt Rocznik. Noch ist der Saal leer. Später sollen hier bis zu 120 Filmbegeisterte Platz finden. Dafür wird ein angeschrägtes Podium in den Saal eingebaut, sodass jeder Besucher von seinem Sitz aus die Leinwand gut sehen kann. Auf der Empore werde es ebenfalls Sitzplätze geben.

Die ursprüngliche Eingangstür der Kirche soll von außen so aussehen, wie sie einst war. Auch die Fenster sollen bleiben, jedoch dann – wie auch die Tür von innen – nicht mehr zu sehen sein. Die hohe Decke des ehemaligen Gemeindesaals soll beibehalten werden. Sie soll nur eine neue Lackierung erhalten, sagt der Investor.

Charakter der Kirche beibehalten

Der markante Zwiebelturm der Baptistenkirche wird derzeit von Handwerkern restauriert. „Der ist im Altzustand“, sagt Rocznik. Er müsse neu aufgebaut werden, „weil das Holz morsch ist.“ Abgenommen wird der Turm hierfür jedoch nicht, wie ursprünglich geplant. Stattdessen wurde er direkt vor Ort eingerüstet. 40 000 bis 50 000 Euro werde ihn die Restaurierung kosten, so Rocznik. Ohne den Denkmalschutz wäre sie wohl nicht nötig gewesen. „Aber er gehört zum Gebäude und ist es wert“, betont er. Der Charakter der ehemaligen Kirche soll erhalten bleiben.

Wirtschaftlich abgetrennt von Kinosaal und Bistro entstehen an der Hinterseite des Hauses studentische Wohnungen. Ein Anbau ist dafür schon errichtet. Hinein gelangt man später über einen zusätzlichen Seiteneingang. Die hohen Holzdecken der Baptistenkirche mussten wegen des Brandschutzes neuen Decken weichen. Die Filmgeräusche aus dem Kino sollen in den Wohnungen nicht zu hören sein. Eine Abschottung gegen den Schall soll das verhindern.

Fünf Wohnungen im neuen Anbau

Fünf Wohnungen à drei Zimmer wird es hier geben, erzählt Rocznik. Zum Wall hin sollen bodentiefe Fenster für viel Licht sorgen, und jede der etwa 80 Quadratmeter großen Wohnungen soll eine Bodenheizung bekommen. „Wir haben etliche Wohnungen und sind glücklicherweise in der Lage, dass wir normale Mieten nehmen können und die Situation der Studenten nicht ausnutzen müssen.“ Er habe beste Erfahrungen mit Studenten gemacht.

Eine der Wohnungen wird einen eigenen Aufgang zum alten Dachreiter haben. „Der bleibt in der Form erhalten“, sagt der Investor. Teilweise soll dieser Aufgang verglast werden – sodass er eine Aussicht auf den Wall bietet. Der Wall wiederum ist, anders als die im Jahr 1902 errichtete Baptistenkirche, denkmalgeschützt. Wegen der räumlichen Nähe müsse sich der Umbau aber am Wall orientieren.

Die Baptistenkirche soll im November dieses Jahres fertig umgebaut sein, spätestens aber im Februar kommenden Jahres, sagt Rocznik. Welchen Film er in dem Kino als erstes sehen möchte, weiß er noch nicht. Das Programm soll dem des Lumière-Kinos ähnlich sein und wird vom Verein der Göttinger „Filmkunstfreunde“ geplant. „Das hier wird ein anderes Kino als das Cinemaxx“, sagt er. Das sei nicht zu vergleichen.

Von Norma Jean Böger