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Göttingen Zehn Prozent mehr Platz für die “Kulturinsel”
Die Region Göttingen Zehn Prozent mehr Platz für die “Kulturinsel”
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00:24 26.03.2018
Beengte Verhältnisse: JT-Intendant Nico Dietrich im Magazin des Theaters. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Im nächsten Jahr steht der Umbau – und der Umzug – an: Das Otfried-Müller-Haus am Wochenmarkt wird saniert. Rund sechs Millionen Euro fließen ist das historische Gebäude am Wochenmarkt, in dem das Junge Theater und das Kommunikations- und Aktionszentrum (Kaz) untergebracht sind.

„Im Januar 2019 ziehen wir voraussichtlich um”, sagt Nico Dietrich, Intendant des Jungen Theaters. Während der Sanierung des Otfried-Müller-Hauses werden Kaz und JT ihren Betrieb für etwa zwei Jahre in die ehemalige Voigtschule an der Bürgerstraße verlegen. Die muss aber zuvor umgebaut werden – beispielsweise benötigt das Kaz einen Tanzboden für zahlreiche Gruppen, die dort aktiv sind.

Anne Moldenhauer (Geschäftsleitung KAZ) im Musikerraum im Keller Quelle: Christoph Mischke

Die alte Schule, die zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft diente und nun leer steht, soll für 900 000 Euro saniert werden. Einstimmig hat der Bauausschuss im März diese Ausgaben bewilligt. Größter Posten bei der geplanten Sanierung der ehemaligen Voigtschule ist mit 228 000 Euro der Anbau eines Aufzuges, um einen barrierefreien Zugang zur Aula zu schaffen. „Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen”, teilt die Stadtverwaltung mit.

Für den Umbau des Otfried-Müller-Hauses haben Kaz und JT jetzt ihren Raumbedarf ermittelt und der Verwaltung vorgelegt. „Wir stehen im ständigen Gespräch mit der Verwaltung”, sagt Dietrich. Die Planungen, wie das Haus später aussehen soll, haben gerade erst begonnen. Eines aber hat die Bestandsaufnahme im Haus ergeben: „Wir brauchen etwa zehn Prozent mehr Platz”, so der Intendant.

Anne Moldenhauer vom Kaz stimmt Dietrich zu. „Für uns ist es wichtig, aus dem Keller heraus zu kommen”, sagt sie. Für Senioren-, Kinder- oder Migrantengruppen seien die Kellerräume auf Dauer nicht geeignet. Zudem gebe es bei der derzeitigen Raumverteilung häufig Nutzungskonflikte – wenn beispielsweise die Trommelgruppe übt und nebenan jemand konzentriert arbeitet. Oder wenn eine Vorstellung im Theatersaal läuft und zeitgleich eine Bandprobe im Keller ansteht. Das wollen die Akteure künftig entzerren. Weitere Gründe, so erklärt Dietrich, sind beispielsweise die technischen Anlagen. Lüftung, Brandschutz, Elektrik – vieles habe nur noch Bestandsschutz sei aber nicht mehr Standard.

„Jährlich verzeichnet das Kaz 30 000, der Club im JT-Keller 25 000 und das Junge Theater 40 000 Nutzungen”, so Dietrich. Diese „Kulturinsel” biete zudem 25 Arbeitsplätze. Mehr Platz, das sei kein Wunsch, sondern der Platzbedarf, der nötig sei, um den Betrieb unter Berücksichtigung moderner Auflagen in die Zukunft zu überführen. Dafür haben Moldenhauer und Dietrich auch den Rat von Experten wie Wesko Rohde eingeholt. Er hat bereits das Schlosstheater Celle umgebaut.

Gebäude wurde 1836 errichtet

Wie und wo der zusätzliche Platz von etwa 350 Quadratmetern geschaffen werden kann, ist noch völlig offen. „Wir sind ja keine Architekten”, sagt Dietrich. Denkbar sei beispielsweise eine Vergrößerung oder Aufstockung des Anbaus hinter der Bühne.

Das Otfried-Müller-Haus selbst wurde 1836 vom Baumeister Christian Friedrich Andreas Rohns als Wohnhaus für den Altphilologen und Begründer der Klassischen Archäologie und Alten Geschichte in Göttingen, Karl Otfried Müller, errichtet. Müller war ab 1823 Professor und Mitglied in der Göttinger Sozietät der Wissenschaften.

Eine Theaterführung “Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Otfried-Müller-Hauses” bietet das JT am Sonntag, 25. März, um 13 Uhr erstmals an. Ab Sonntag will Intendant Nico Dietrich dort in unregelmäßigen Abständen persönliche Führungen hinter die Kulissen des Hauses und somit hinter die Kulissen des Theaters anbieten. Das Junge Theater möchte Interessierten so die Abläufe und das Programm eines produzierenden Ensemble- und Repertoiretheaters näher bringen. Zudem werden Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft des Otfried Müller-Hauses gewährt.

Von Britta Bielefeld

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