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Göttingen Umstrittenes Baugebiet Wakenbreite nimmt nächste Hürde
Die Region Göttingen Umstrittenes Baugebiet Wakenbreite nimmt nächste Hürde
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15:33 25.02.2019
Hier soll das neue Baugebiet Wakenbreite in Hetjershausen entstehen.
Hier soll das neue Baugebiet Wakenbreite in Hetjershausen entstehen. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Auch die Geduld eines Stadtbaurates hat Grenzen. Thomas Dienberg jedenfalls hatte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses kein Verständnis dafür, dass Sylvia Binkenstein, baupolitische Sprecherin der SPD, Beratungsbedarf zum geplanten Neubaugebiet Wakenbreite in Hetjershausen anmeldete. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Darüber haben wir so viel beraten, wie nur geht“, sagte Dienberg am Ende der Diskussion.

Ortsrat ist gegen Baugebiet

Der Bauausschuss folgte Dienbergs Argumentation und schmetterte Binkensteins Ansinnen ab. Schließlich stimmte das Gremium mit den Stimmen von CDU und Grünen bei Enthaltung der SPD und bei Gegenstimme von Edgar Schu für den nächsten Schritt der Planung: die öffentliche Auslegung der Pläne.

Binkenstein begründete den Beratungsbedarf zum einem mit dem ablehnenden Votum des Ortsrates Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren, zum anderen mit der geänderten Planungssituation für den Göttinger Westen. In der vergangenen Woche hatten die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW, die Stromtrasse Südlink doch westlich von Göttingen verlaufen zu lassen. Hier will Tennet auch die Starkstromleitung Wahle-Mecklar verlegen.

„Böses Erwachen“

Dienberg machte noch einmal deutlich, dass das Baugebiet Wakenbreite Tennet zwingt, die Starkstromleitung auf Göttinger Gebiet als Erdkabel verlegen zu müssen. Tennet selbst habe sich für die deutlich teurere Erdverkabelung ausgesprochen. Eine Freilandleitung könnte hingegen nicht die geforderten Mindestabstände zur Wohnbebauung einhalten. „Wir müssen deutlich machen, dass wir Planungswillen haben“, sagte Dienberg und plädierte für eine Entscheidung. „Andernfalls könnte es ein böses Erwachen geben“, pflichtete Hans-Otto Arnold (CDU) bei. Denn die Entscheidung über Freilandleitung oder Erdkabel liege am Ende nicht bei Tennet, sondern bei der Bundesnetzagentur. Rolf Becker (Grüne) wies darauf hin, dass die Entscheidung zur Auslegung nicht schade und damit noch kein Baurecht geschaffen werde.

Aufstellungsbeschluss schon im Mai 2015

Nach Angaben der Stadtverwaltung soll mit dem neuen Baugebiet nicht nur die Erdverkabelung erzwungen, sondern auch ein Beitrag zur Deckung des dringenden Bedarfs nach Wohnraum geleistet werden. Entsprechend der bestehenden Bebauung in dem Bereich sollen zwischen neun Einzelhäusern und 18 Doppelhaushälften auf der Fläche entstehen. Der notwendige Aufstellungsbeschluss fasste der Verwaltungsausschuss bereits im Mai 2015.

Von Michael Brakemeier

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