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Göttingen Umverpacker für ergaunerte Waren gesucht
Die Region Göttingen Umverpacker für ergaunerte Waren gesucht
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20:23 10.09.2009
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Per Massen-E-Mail sucht die Firma (Absender „Vernon Goldberg <0-minx-0@mtvn.com“) in fehlerhaftem Deutsch nach Hilfskräften. „Unsere Firma“, heißt es in der E-Mail wörtlich (Rechtschreibfehler im Original), „angagiert das Personal für die Hausarbeit als Der äußerliche Hilfsvertreter (Outside Support Representant). Diese Hausarbeitsposition basiert sich auf online-part-time, im beschleunigten Tempo (fast-pased Position). Die nebenamtlichen (Part-time) Mitarbeiter arbeiten gewöhnlich 4 Stunden pro Tag (Montag-Freitag) und arbeiten gewöhnlich nicht am Wochenende und an Feiertagen. Während Ihrer Arbeit werden Sie mit Paketen und Päckchen zu tun haben. Ihre Hauptaufgaben sind Erhalten, Umverpacken (notwendigerweise) und Absenden an den Endkunden.“ Für diese Dienste sollen die „äußerlichen Hilfsvertreter“ pro Paket 25 Euro „und Monatsgehalt je nach dem Angebot“ erhalten. „Unsere Mitarbeiter, die nebenamtlich arbeiten, bekommen für jedes Paket gute Kommission. Achten Sie bitte darauf, dass diese Leute nicht mehr als 17 Stunden pro Woche beschäftigt werden dürfen.“

„Für Studenten“

„Große Arbeitserfahrungen“ seien nicht vonnöten: „Die vorliegende Arbeit ist ausgezeichnet für Studenten, Mütter und Menschen, die online tageweise Arbeit suchen. Wir sind eine sich schnell entwickelnde internationale Gesellschaft und Sie haben eine große Möglichkeit Ihre Karriere mit uns zu beginnen.“

Davor warnt Volker Warnecke, Leiter des Kriminaldienstes der Polizei Göttingen, eindringlich. Mit dem Umverpacken solle vermutlich die Herkunft gestohlener oder ergaunerter Waren verschleiert werden – beispielsweise Lieferungen von Warenhäusern, die unter Angabe falscher oder gestohlener Bankverbindungsdaten bestellt wurden. Auch würden auf diese Weise Waren, die in Deutschland nicht verkauft werden dürfen, vertrieben. Wer sich daran beteilige, laufe Gefahr, sich strafbar zu machen – zumal dann, wenn er Zweifel an der Rechtmäßigkeit habe. Warneckes Rat: „Finger weg“ von solchen Angeboten, zumal im Regelfall die versprochene Entlohnung auch nicht gezahlt werde.

Die Masche sei nicht neu, aber seit längerem nicht mehr versucht worden, so Warnecke weiter. Vor einigen Jahren seien auch in der Region ähnliche Angebote im Umlauf gewesen.

Die Polizei bittet nun die Bevölkerung um Hilfe. Hinweise an die Ermittler können unter Telefon 05 51 / 4 91 10 32 gegeben werden (ins 3. Fachkommissariat verbinden lassen).

Von Matthias Heinzel

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