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Göttingen Unfall lässt die Menschen in Obernjesa nicht los
Die Region Göttingen Unfall lässt die Menschen in Obernjesa nicht los
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19:36 13.01.2011
Von Andreas Fuhrmann
Wütende Bürger: Der Protest in Obernjesa nach dem Unfall im Dezember ist groß.
Wütende Bürger: Der Protest in Obernjesa nach dem Unfall im Dezember ist groß. Quelle: Heller
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Demonstrationen waren die Folge, woraufhin die Politiker im Gemeinderat hektisch eine sogenannte Entschließung präsentierten und einstimmig ein regionales Verkehrsgutachten forderten. Die zuständigen Behörden müssten endlich etwas unternehmen, hieß es unter anderem. Dabei hätte die Gemeinde schon längst etwas unternehmen können – wenn es auch den Unfall des Jungen nicht hätte verhindern können.

Bereits im Jahr 2009 hatte der Ortsrat Obernjesa eine Ampel gefordert, die auf Höhe des Gemeindezentrums an der Steintorstraße installiert werden sollte. Und der Landkreis Göttingen, der für die Straße eigentlich zuständig wäre, hätte das auch genehmigt, wie Kreisrätin Christel Wemheuer gegenüber dem Tageblatt bestätigte. Die Gemeinde Rosdorf hätte indes die Kosten tragen müssen. Bis zu 25 000 Euro wären das gewesen.

Es liege aber nicht allein am Geld, warum man die Ampel bisher nicht gebaut habe, sagte Rosdorfs Bürgermeister Harald Grahovac (SPD) auf Anfrage. „Wenn wir in Obernjesa eine Ampel gebaut hätten, hätten wir an zehn anderen Stellen auch eine bauen müssen.“ Heißt im Klartext: Man befürchtete, dass man auch in anderen Orten Begehrlichkeiten wecken würde. Grahovac nennt als Beispiel Dramfeld. Dort forderten die Eltern schon seit Jahren, an der Schule eine Ampel zu bauen. Und das sei kein Einzelfall. Also habe der Rat für die Ampel in Obernjesa kein Geld zur Verfügung gestellt.

Ferner sei man in Obernjesa nicht untätig gewesen. In einem Bereich der Steintorstraße gelte nicht nur Tempo 30, hier sei auch das Parken auf einer der Fahrspuren erlaubt worden, um den fließenden Verkehr zu bremsen.

Nach dem Unfall des Jungen hat sich in Obernjesa eine Arbeitsgruppe gebildet, um die Verkehrsberuhigung im Ort voranzutreiben. Man befinde sich noch mitten in der Diskussionsphase, sagte Ortsbürgermeisterin Ute Fittkau-Sudbrack (SPD). Man habe als Ortsrat zwar auch für dieses Jahr die Ampel an der Steintorstraße gefordert, es gebe mittlerweile aber auch eine Reihe anderer Überlegungen – beispielsweise eine zweite Ampel, die Ausweitung der Tempo-30-Zone und Fußgängerüberwege. Zu einem der nächsten Treffen habe man auch Grahovac eingeladen. Dazu sei er selbstverständlich bereit, sagte der Bürgermeister. Zu dem Termin werde er auch Vertreter des Landkreises und der Straßenverkehrsbehörde in Bad Gandersheim hinzu bitten.