Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Uni-Klinikum sieht die „Trendwende geschafft“
Die Region Göttingen Uni-Klinikum sieht die „Trendwende geschafft“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:47 15.09.2009
Anzeige

Nach dem „wirtschaftlich extrem schwierigen Jahr“ 2007 hatte das Uniklinikum in Abstimmung mit dem Stiftungsausschuss Universitätsmedizin und dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium einen wirtschaftlichen Sanierungsplan ausgearbeitet: Abbau der Defizite in den Jahren 2008 und 2009, Ausgleich des Haushalts mit einer „schwarzen Null“ im Jahr 2010. Frömmel gestern: „Dieses Ziel wurde übertroffen und bereits zwei Jahre früher als geplant erreicht.“ Auch für 2009 und 2010 setze sich diese Entwicklung wahrscheinlich fort, so dass in diesen Jahren vermutlich Überschüsse erwirtschaftet werden, erklärte Finanzchefin Schulte. Durch Tarifsteigerungen, Preissteigerungen bei medizinischem Sachbedarf und Energiekosten bestünden allerdings noch Unwägbarkeiten in der Größenordnung von zehn Millionen Euro. Die Bilanzsumme des Klinikums belief sich im vergangenen Jahr auf etwa 420 Millionen Euro, darunter Personalkosten in Höhe von 284,7 Millionen Euro (2007: etwa 291 Millionen Euro).

87 Prozent positiv

Die Trendwende, erklärte Frömmel, sei allerdings nicht nur durch einen rigorosen Sparkurs erreicht worden. „Im patientennahen Bereich“ sei weder bei Ärzten noch bei Pflegepersonal gespart worden. Angebotsverbesserungen hätten mehr Patienten angezogen. Gezielt seien die Klinikumsschwerpunkte Neurowissenschaften, Kardiologie, Onkolgie, HNO, Dermatologie und Augenheilkunde im Gleichklang von Forschung und medizinischer Praxis weiter gestärkt worden, präzisierte Prof. Wolfgang Brück, derzeit Vorstand im Bereich Krankenversorgung. Bei allen Anstrengungen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, habe das Ansehen des Klinikums bei den Patienten nicht gelitten. In einer kontinuierlichen Befragung hätten 87 Prozent aller Patienten das Klinikangebot mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Im Jahr 2008 nahm das Klinikum 51 000 Patienten zur stationären Behandlung auf (2007: 49 435), ambulant gab es fast 350 000 Behandlungen. Die durchschnittliche Verweildauer habe im vergangenen Jahr mit 7,56 Tagen weiter gesenkt werden können (2007: acht Tage). Die Bettenauslastung fiel mit 82,7 Prozent sehr hoch aus.
Das wiederum führt zu einer Anpassung der Ausbaupläne, erklärte Schulte. Die Bettenzahl solle nun „bestenfalls minimal, wenn überhaupt“ reduziert werden. Eines der bestehenden Bettenhäuser werde aber auf jeden Fall abgerissen.

Von Matthias Heinzel