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Göttingen Uni muss keine Langzeitstudenten mehr zur Magisterprüfung zulassen
Die Region Göttingen Uni muss keine Langzeitstudenten mehr zur Magisterprüfung zulassen
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17:00 22.03.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Die Hochschule hatte dies abgelehnt, weil am Tag der Antragstellung die Frist endete, bis zu der alle Prüfungen abgeschlossen sein mussten. Die Studentin, die sich im Hauptfach Mittlere und Neuere Geschichte bereits im 32. Fachsemester befand, wollte eine weitere Verlängerung einklagen. Nach Ansicht des Gerichts ist die Universität jedoch nicht dazu verpflichtet, in einem auslaufenden Studiengang so lange Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, bis auch der letzte Student die Abschlussprüfung ablegen konnte (Aktenzeichen 4 A 265/16).

Fristen wurden mehrfach verlängert

Die Uni Göttingen hatte im Zuge der Umstellung des Studiensystems auf Bachelor- und Masterabschlüsse die Magisterstudiengänge der Philosophischen Fakultät zum Wintersemester 2006/2007 geschlossen. Nach der neuen Prüfungsordnung sollten Studenten ihre Magisterprüfung bis zum Sommersemester 2011 ablegen können. In Härtefällen sei eine Verlängerung um ein weiteres Jahr möglich. Die Fristen wurden danach noch mehrfach verlängert. Im November 2015 informierte die Uni die Studentin darüber, dass sie bis zum 31. März 2016 alle Prüfungen einschließlich der Magisterarbeit und etwaiger Wiederholungsprüfungen abgelegt haben müsse. Eine weitere Verlängerung sei nicht möglich.

Exakt am Stichtag beantragte die Studentin per Email die Zulassung zur Magisterprüfung. Sie begründete den späten Antrag damit, dass ihr aufgrund einer chronisch depressiven Stimmung ein ordnungsgemäßes Studium nicht möglich gewesen sei. Sie habe nebenher arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Außerdem sei sie Opfer einer Straftat geworden, der Tod der Mutter habe zu einer weiteren psychischen Belastung geführt. Die Universität habe die Pflicht, Studierenden die Beendigung des Studiums zu ermöglichen.

Bessere Vergleichbarkeit

Das Gericht hatte weder gegen die Schließung des Studienganges noch gegen die Stichtagsregelung irgendwelche rechtlichen Bedenken. Das Auslaufen der Magisterstudiengänge diene dem Schutz eines besonders wichtigen Gemeinschaftsguts. Die europaweite Angleichung der Studiensysteme solle eine bessere Vergleichbarkeit der Studiengänge und Abschlüsse ermöglichen und die Integration der Absolventen in einen europäischen Arbeitsmarkt erleichtern. Mit der Entscheidung, die bisherigen Studiengänge mittel- bis langfristig auslaufen zu lassen, sollten die Ressourcen der Hochschulen geschont und die mit öffentlichen Mitteln geschaffenen Ausbildungs- und Prüfungskapazitäten effizient, nämlich zugunsten der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge verwendet werden. Die Klägerin habe nach dem Schließungsbeschluss 19 Semester Zeit gehabt, ihr Studium abzuschließen.

Die Studentin hatte argumentiert, dass sie die Kapazitäten der Universität nur geringfügig in Anspruch nehme, weil sie bereits alle Voraussetzungen für die Prüfungszulassung erfüllt habe. Das Gericht verwies indes darauf, dass auch das Ablegen der Prüfung selbst Kapazitäten beanspruche, welche die Universität nicht für einen unüberschaubaren Zeitraum vorhalten könne. Eine Berufung ließ das Gericht nicht zu.

Von Heidi Niemann

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