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Göttingen Uni und Stadt Göttingen gemeinsam
Die Region Göttingen Uni und Stadt Göttingen gemeinsam
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00:18 02.06.2017
Von Michael Brakemeier
Quelle: Wenzel
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Göttingen

Es geht um die Vielfalt ("diversity") einer modernen Gesellschaft vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt und einer älter werdenden Bevölkerung. Und um Chancengleichheit unabhängig von "Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität", wie es in der Charta hinterlegt ist. Andrea Bührmann, Vize-Präsidentin der Göttinger Uni, nannte das "eine der großen Herausforderungen unserer Zeit". Gemeinsam mit der Stadt Göttingen und anderen Unterzeichnern der Charta arbeite man an der lokalen und regionalen Umsetzung der Charta, so Bührmann. 2015 hatte die Uni die Charta unterzeichnet und sich damit zur Umsetzung verpflichtet.

 

"Wir können wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen. Das betrifft die Vielfalt in unserer Belegschaft und die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Geschäftspartner", heißt es in der Charta. Vielfalt eröffne Chancen.  Die Umsetzung der „Charta der Vielfalt“ in den Organisationen soll ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist, heißt es weiter.

 

Die Stadt Göttingen hat die Charta im Herbst unterschrieben. "Wir fangen nicht bei null an", sagte Göttingens Schul- und Jugenddezernent Siegfried Lieske. Göttingen müsse sich in Niedersachsen oder Deutschland nicht verstecken. Gleichwohl räumte Lieske, dass es innerhalb der Beschäftigten in der Stadtverwaltung in Sachen Vielfalt noch Nachholbedarf gebe.

Verein Charta

Seit 2010 tritt der Verein Charta der Vielfalt als Unternehmensinitiative seit 2010 dafür ein, Diversity Management in der deutschen Wirtschaft zu verankern. Mehr als 2600 Un­ternehmen und Institutionen mit 9,2 Millionen Beschäftigten haben nach Angaben des Vereins die Selbstverpflichtung "Charta der Vielfalt" seit 2006 unterzeichnet. Sie trügen dazu bei, Vielfalt in Deutschland gezielt zu fördern. Schirmherrin ist Bundes­kanzlerin Angela Merkel (CDU). mib

In ihren Vortrag " „Wie Städte Diversität gestalten“ stellte Prof. Karen Schönwälder vom Göttinger Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften Ergebnisse einer laufenden Studie zur Umsetzung von Diversität in 20 deutschen Städten vor. So würden rund 90 Prozent der 445 Befragten aus Organisationen, Institutionen oder Kommunen die positiven Wirkungen einer vielfältigen Gesellschaft betonen, eine Mehrheit würde darin aber auch eine Herausforderung oder gar Belastung sehen.

Als Nutzen nannten sie nach Schönwalders Ausführungen die wirtschaftliche Belebung ihrer Stadt durch eine vielfältige Bevölkerung, die Atmosphäre sei liberaler und offener, es gebe neue und andere Kulturangebote und mehr Toleranz. Dem stünden bei den Befragten empfundene Belastungen wie etwa Kosten für die Sozialsysteme, Kriminalität und fehlender Zusammenhalt in der Gesellschaft gegenüber.

 Am Montag haben sechs weitere regionale Einrichtungen ihre Urkunden zur Charta der Vielfalt erhalten: die Beschäftigungsförderung , die Kindertagespflegebörse, die Kommunalen Dienste Göttingen, die Göttinger Stadtwerke, die Stiftung Akademie Waldschlösschen und die Volkshochschule Göttingen/Osterode. Nach der Auftaktveranstaltung in der Uni-Aula präsentierten sich im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa diversitätsbezogene Projekte von Universität und Stadt an Ständen und bei Präsentationen.

Mehr Informationen und die Charta im Wortlaut