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Göttingen Stadtlabor von Uni und Kulturintiativen
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00:25 09.06.2019
Eröffnung des „Stadtlabors: (v.li.) Birte Müchler, Dr. Jelka Günther, Prof. Sabine Hess, Friedemann Neumann, Eva Völker und Prof. Alexander Nagel Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Gegenüber vom Neuen Rathaus in der Räumen der ehemaligen Kranich-Apotheke ist das Stadtlabor entstanden. 160 Quadratmeter stehen den Initiatoren – dem Zentrum für Globale Migrationsstudien der Universität und dem Museum Friedland, dem Boat People Projekt und dem Literarischen Zentrum Göttingen – zur Verfügung. Bis November läuft dort die Veranstaltungsreihe „Migration bewegt Göttingen“. Koordiniert von Jelka Günther bietet das Labor, das täglich geöffnet ist, Workshops und Kunstaktionen, Lesungen und Vorträge zu gelebter Vielfalt in der Stadtgesellschaft an.

Universität und Kultureinrichtungen stellen das Projekt vor, das Einwanderung und Integration mit Projekten und Veranstaltungen zum Thema machen soll.

Im Eingangsbereich gibt es eine Ausstellung, die Birge Meyer und Anoush Masoudi im Auftrag des Museums Friedland gestalten. In den Regalen, in denen früher Medikamente lagerten, stehen nun Schilder. Auf ihnen stehen Worte wie Sicherheit, Teilhabe oder Zugehörigkeit. Besucher sollen auf Zetteln persönliche Erfahrungen notieren, die ihnen zu diesen Begriffen einfallen. So gestalten sie die Ausstellung mit.

Fördergelder vom Land

Finanziert wird die Stadtlabor-Arbeit der 50 Aktiven vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Knapp 100000 Euro haben die Initiatoren aus dem Förderprogramm Zukunftsdiskurse eingeworben. Weitere Mittel stellt das Bündnis Niedersachsen packt an zur Verfügung, das sich seit 2015 für die Integration Geflüchteter einsetzt. Das Geld vom Bündnis verwendet das Team für einen Aktionstag am Sonnabend, 17. August, auf dem Wilhelmsplatz und für zwei Workshops.

Erstarken des Rechtspopulismus

Den Anstoß, ein solches Stadtlabor einzurichten, habe das Erstarken des Rechtspopulismus in Europa gegeben, erklärte die Direktorin des Zentrums für Globale Migrationsstudien, Prof. Sabine Hess. Weil immer mehr Bürger den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung skeptisch-ablehnend gegenüber stehen, sollte mit diesen das das Gespräch gesucht werden und darin die Erkenntnisse allgemeinverständlich dargelegt werden. In der Migrationspolitik sei wissenschaftliche Expertise kaum gefragt, klagte Hess. Zu Wort kommen dort vor allem Wissenschaftler, die Zuwanderung unter dem Aspekt der Gefährdung betrachteten, ergänzte Prof. Alexander-Kenneth Nagel.

Kritik am Geordnete-Rückkehr-Gesetz

Jüngstes Beispiel für die Missachtung wissenschaftlicher Expertise, so Hess, sei das Einwanderungs- und das Geordnete-Rückkehr-Gesetz. Der Bundestag beschließe am Freitag darüber. Danach würden künftig mit großem Aufwand im Ausland Fachkräfte angeworben. Abgelehnte Asylbewerber, unter denen es Fachkräfte, etwa Ärzte, gebe, wolle die Große Koalition dagegen abschieben. Mehr Sinn mache es, die Menschen, die bereits da seien, in den Arbeitsmarkt zu integrieren, gegebenenfalls durch entsprechende Qualifizierungen.

Sie vermisse außerdem eine angemessene Würdigung und Unterstützung der Integrationsbemühungen von Migranten durch die Politik, betonte Hess. Vereine von Zuwanderern könnten über ihre Leistungen in diesem Bereich berichten, sagte Friedemann Yi-Neumann vom Institut für Ethnologie.

Fokus auf gelungene Integration

„Große Enttäuschung und Erschöpfung“ machte Direktorin Hess bei den Initiativen der Willkommenskultur aus. Nach Angaben von Hess haben diese das Gefühl, von Politik und Verwaltung von oben herab behandelt und kaum gehört zu werden. Das Stadtlabor suche das Gespräch mit den Initiativen. Diese könnten die Räume für interne Treffen, aber auch für die Arbeit mit Geflüchteten nutzen. Das Stadtlabor wolle den Fokus auf gelungene Integration richten, kündigte Birte Müchler vom Boat People Projekt an.

Von Michael Caspar

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