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Göttingen Göttingen und Hannover wollen Spitzenzentrum im Kampf gegen Krebs sein
Die Region Göttingen Göttingen und Hannover wollen Spitzenzentrum im Kampf gegen Krebs sein
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00:21 18.03.2019
Björn Thümler (CDU), Minister für Wissenschaft und Kultur Quelle: r
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Göttingen

Die Universitätsmedizin Göttingen und die Medizinische Hochschule Hannover wollen gemeinsam Onkologisches Spitzenzentrum werden. Am Donnerstagabend begann am Göttinger Universitätsklinikum ein Workshop zur weiteren Vorbereitung des Projektes. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) kam zur Eröffnung und sagte die Unterstützung des Landes Niedersachsen zu für das „Vorhaben, das die Chance gibt, die Versorgung in Norddeutschland erheblich zu verbessern“.

Mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung steigt auch die Zahl der Krebserkrankungen: 500000 Neuerkrankungen werden pro Jahr in Deutschland registriert, zwei von fünf Bürgern erkranken an Krebs während ihrer Lebenszeit. Prof. Wolfgang Brück stellte die Datenlage vor und gab einen Ausblick. Danach ist bis zum Jahr 2030 eine Zunahme von 30 Prozent an Krebserkrankungen zu erwarten.

Niedersachsen ohne Spitzenzentrum

Für die Patienten hat sich die Hoffnung auf eine aussichtsreiche Behandlung der jeweiligen Krebserkrankung in den vergangenen Jahren erhöht. Möglich machen das verbesserte Früherkennung und vielfältige Diagnoseverfahren sowie individualisierte Behandlungsmöglichkeiten. Je schwerwiegender die Erkrankung umso mehr medizinische Kenntnis ist gefragt. Doch die am Donnerstag mehrmals gezeigte Landkarte mit den Standorten von Onkologischen Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe führt deutlich vor Augen, „in der Mitte Deutschlands klafft ein riesiges Loch“, so Brück, Dekan für Struktur und Entwicklung an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Patienten aus Niedersachsen, die auf die besonderen Diagnosemöglichkeiten der Onkologischen Spitzenzentren angewiesen sind, können in Hamburg, Berlin, Dresden oder Essen behandelt werden, um die zu Niedersachsen nächstgelegenen Zentren von insgesamt 13 zu nennen. Wissenschaftsminister Thümler forderte einen „Lückenschluss“. Als „Leuchttürme der Medizin in Deutschland“ bezeichnete Thümler die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die UMG . Beide sollten nun die 2018 beschlossene Zusammenarbeit erfolgreich fortsetzen, um Onkologisches Spitzenzentrum zu werden.

Göttingen und Hannover: „Natürliche Partner“

Die Aufgaben eines solchen Zentrums sollen im Workshop vorgestellt werden, die Antragstellung bei weiteren Treffen erarbeitet werden. Im Dezember 2019 muss der Antrag bei der Deutschen Krebsgesellschaft vorliegen. MHH-Präsident Prof. Michael P. Manns erklärte, Göttingen und Hannover seien „natürliche Partner“. Das Angebot der beiden Uni-Kliniken ergänze sich optimal. Insofern seien beide in der Lage, „aus eins plus eins mehr als zwei zu machen“, gab Manns sich optimistisch.

In Göttingen wird die „Etablierung eines überregionalen Molekularen Tumorboards des CCC-Niedersachsen“ während des Workshops Thema sein. Beispiele aus Freiburg und Heidelberg, wo Onkologische Spitzenzentren existieren, werden vorgestellt. Die Molekularen Tumorboards sind Bestandteil nur der Spitzenzentren, die mit sechs Einheiten ausgestattet sind: Biobank, klinische Studien, Krankenversorgung, Akademie, Genomforschung und Molekulare Tumorboards.

Hildesheim und Braunschweig sind dabei

Das dreistufige Modell der Deutschen Krebshilfe sieht neben den Spitzenzentren auch Onkologische Zentren und Organkrebszentren vor. Mit denen in Hildesheim und Braunschweig wollen die MHH und die UMG kooperieren, sagte Prof. Volker Ellenrieder. Der Direktor des UMG Krebszentrums (G-CCC für Goettingen Comprehensive Cancer Centrum), betonte, dass mit einem Spitzenzentrum an den Universitätskliniken Göttingen und Hannover eine „erstklassige Versorgung der Krebspatienten in ganz Niedersachsen“ geschaffen werde.

An den Spitzenzentren werde mit den Möglichkeiten der Molekularen Tumorboards die Bestimmung der Medikamente nach molekularer Diagnostik die Regel. Unter anderem kann so erkannt werden, welche durch Krebs ausgelöste Mutation dominant ist und deswegen zuerst zu bekämpfen, so Ellenrieder.

Anschubfinanzierung vom Land

Wissenschaftsminister Thümler hatte bereits beim UMG-Jahresempfang im November 2018 dem Kooperationsprojekt Unterstützung zugesagt: Das Land Niedersachsen stelle für die Antragstellung eines gemeinsam von UMG und MHH zu gründenden Onkologischen Spitzenzentrums eine Anschubfinanzierung für den Aufbau der Infrastruktur bereit. Sie beträgt eine Million Euro pro Jahr und gilt für fünf Jahre, für die UMG 2,5 Millionen Euro.

Von Angela Brünjes

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